
Cannabis Lexikon
Monster Cropping verbindet Stecklingsvermehrung und Re-Veg: Ein Blütentrieb wird bewurzelt und unter einem langen Lichtzyklus zurück in die Vegetationsphase geführt. Der wichtigste Zweck ist nicht ein garantierter Mehrertrag, sondern die nachträgliche Rettung eines besonderen Phänotyps.
Wie Blütestecklinge bewurzelt und revegetiert werden, warum ungewöhnliche Blätter und starke Verzweigung entstehen und weshalb Monster Cropping vor allem als Rettungsstrategie für wertvolle Genetik interessant ist.
Definition
Monster Cropping ist eine klonale Vermehrungsmethode für photoperiodische Cannabispflanzen. Ein Steckling wird während der Blüte entnommen, bewurzelt und anschließend unter Langtag wieder in vegetatives Wachstum zurückgeführt.
Ausgangsmaterial: ein gesunder Trieb aus einer bereits blühenden, photoperiodischen Pflanze.
Doppelter Übergang: Der Steckling muss Adventivwurzeln bilden und zugleich zurück in die Vegetationsphase wechseln.
Größter Nutzen: Ein Keeper kann noch gesichert werden, obwohl vor der Blüte kein Backup-Klon genommen wurde.
Typisches Erscheinungsbild: ein- oder dreifingrige Übergangsblätter und häufig eine starke, unregelmäßige Verzweigung.
Keine Garantie: Monster Cropping erhöht weder automatisch die Bewurzelungsquote noch den späteren Ertrag.
In diesem Beitrag
Merksatz
Monster Cropping ist am wertvollsten als zweite Chance für einen außergewöhnlichen Phänotyp. Für eine geplante Selektion bleiben vegetative Backup-Klone vor der Blüte schneller und berechenbarer.
Monster Cropping ist eine besondere Form der klonalen Vermehrung. Dabei wird ein Steckling nicht wie üblich von einer Pflanze in der Vegetationsphase genommen, sondern von einer bereits blühenden, photoperiodischen Cannabispflanze. Der Blütetrieb wird bewurzelt und anschließend unter einem langen Lichtzyklus wieder in die vegetative Entwicklung zurückgeführt.
Die Methode verbindet damit zwei Techniken:
Monster Cropping ist kein standardisierter botanischer Fachbegriff. Der Name stammt aus der Grow-Community und spielt auf den ungewöhnlich verzweigten, teilweise fast chaotischen Wuchs an, den zurückgeführte Blütestecklinge entwickeln können.
Der wichtigste Nutzen liegt jedoch nicht in einer angeblich monströsen Ertragssteigerung. Monster Cropping ist vor allem eine Rettungsstrategie für Genetik: Eine Pflanze kann noch als Klon erhalten werden, obwohl während der Vegetationsphase kein Steckling gesichert wurde und ihre besonderen Eigenschaften erst in der Blüte sichtbar werden.
Beim klassischen Cloning werden junge, vegetative Seitentriebe geschnitten und zur Bildung neuer Wurzeln gebracht. Der Steckling befindet sich bereits in einer vegetativen Entwicklungsphase und kann nach erfolgreicher Bewurzelung vergleichsweise geradlinig weiterwachsen.
Beim Monster Cropping stammt der Steckling dagegen aus der Blütephase. Sein Gewebe und seine Triebspitze sind bereits auf reproduktive Entwicklung eingestellt. Neben Blättern trägt der Schnitt häufig erste Brakteen, Stigmen und kleine Blütenansätze.
Der Ablauf besteht deshalb aus zwei Übergängen:
Diese doppelte Umstellung macht Monster Cropping langsamer und weniger berechenbar als normales Klonen.
Die drei Begriffe überschneiden sich, beschreiben aber nicht exakt dasselbe.
Ein Steckling wird von einer vegetativen Pflanze oder Mutterpflanze genommen. Er wird bewurzelt und wächst anschließend vegetativ weiter.
Ein Steckling wird von einer bereits blühenden Pflanze genommen. Nach der Bewurzelung wird er unter Langtag zurück in die Vegetationsphase gebracht.
Die ursprüngliche Pflanze wird nach oder während der Blüte nicht vollständig entfernt. Einige Blüten, Blätter und Triebe bleiben erhalten. Anschließend wird die gesamte Pflanze wieder einem langen Lichtzyklus ausgesetzt.
Monster Cropping ist damit eine Form von Re-Veg auf Stecklingsebene.
Der größte Vorteil ist die nachträgliche Sicherung eines interessanten Phänotyps.
Bei einer Selektion aus Samen lässt sich vor Beginn der Blüte noch nicht vollständig erkennen, welche Pflanze später besonders überzeugt. Erst in der Blüte werden viele wichtige Merkmale sichtbar:
Wurde vorher kein Klon genommen, wäre der besondere Phänotyp nach der Ernte normalerweise verloren. Ein Blütesteckling kann dann die letzte Möglichkeit sein, den Genotyp vegetativ zu erhalten.
Ein Keeper ist eine Pflanze, die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften dauerhaft erhalten werden soll. Welche Pflanze sich dafür eignet, lässt sich aus der Vegetationsphase allein nur begrenzt beurteilen.
Ein kräftiger Wuchs bedeutet nicht automatisch:
Umgekehrt kann eine in der Veg unscheinbare Pflanze während der Blüte ein außergewöhnliches Profil entwickeln.
Das gilt besonders bei Phänotypensuchen aus modernen photoperiodischen Genetiken wie Pink Piña – Grounded Genetics, Moonbow 112 IX – Archive Seed Bank, Imperial Grapes – Commonwealth Seed Co., Granita – Perfect Tree Seeds oder Nam Wah – Symbiotic Genetics. Solche Strain-Seiten beschreiben das genetische Ausgangspotenzial. Welcher einzelne Sämling später zum Keeper wird, zeigt sich jedoch erst im konkreten Grow.
Monster Cropping ist nützlich, aber nicht die sicherste Form der Phänotypensicherung. Wer gezielt selektiert, nimmt idealerweise von jeder Kandidatin einen vegetativen Backup-Steckling, bevor die ursprünglichen Pflanzen in die Blüte geschickt werden.
Der Ablauf einer kontrollierten Selektion kann so aussehen:
Monster Cropping wird vor allem dann relevant, wenn dieser Schritt ausgelassen wurde oder eine Pflanze unerwartet positiv überrascht.
Wurzeln, die aus einem abgeschnittenen Stängel entstehen, werden Adventivwurzeln genannt. Ihre Bildung ist ein komplexer Prozess, an dem Wundsignale, Kohlenhydrate, Pflanzenhormone und der physiologische Zustand des Gewebes beteiligt sind.
Mit dem Wechsel von vegetativer zu reproduktiver Entwicklung verändern sich zahlreiche Vorgänge in der Pflanze. Allgemeine Pflanzenstudien zeigen, dass Gewebe nach dem Übergang zur Blüte schlechtere Voraussetzungen für Adventivbewurzelung besitzen kann. Dabei verändern sich unter anderem Auxinhaushalt und Reaktion des Schnittbereichs.
Für Cannabis ist dieser Zusammenhang bei Monster Cropping noch nicht ausreichend direkt untersucht. Praktisch ist aber plausibel, warum ein bereits blühender Trieb mehr Zeit und Energie benötigt als ein junger Veg-Steckling:
Nicht jeder Blütesteckling scheitert. Die Erfolgsquote ist aber häufig weniger vorhersehbar als bei gesunden vegetativen Cuttings.
Viele Aussagen über Monster Cropping stammen aus Grow-Erfahrung, Foren und Praxisartikeln. Dazu gehören Behauptungen wie:
Für solche pauschalen Regeln fehlt bisher eine belastbare cannabis-spezifische Vergleichsforschung.
Vorhandene Studien untersuchen unter anderem:
Diese Ergebnisse helfen, einzelne Teile der Methode zu verstehen. Sie beweisen aber nicht automatisch die üblichen Monster-Cropping-Versprechen.
Monster Cropping richtet sich an gesunde, photoperiodisch sensible Cannabispflanzen.
Besonders sinnvoll kann die Methode sein, wenn:
Weniger geeignet sind:
Der Klon erhält nicht nur die gewünschten Eigenschaften seines Genotyps. Er kann auch Schädlinge, Pilze, Viren und andere Probleme der Ausgangspflanze mitbringen.
Eine universell optimale Blütewoche ist wissenschaftlich nicht festgelegt. In der Grow-Praxis werden häufig relativ frühe Blütestadien bevorzugt, weil die Triebe dann noch mehr vegetative Blattmasse besitzen und weniger weit reproduktiv festgelegt sind.
Mit fortschreitender Blüte verändern sich die Ausgangsbedingungen:
Ein später Steckling kann trotzdem bewurzeln und revegetieren. Die Methode wird jedoch meist langsamer und unsicherer, je weiter Entwicklung und Alterung fortgeschritten sind.
Die entscheidende Regel lautet daher nicht „Woche zwei“ oder „Woche drei“, sondern: so früh wie möglich, sobald klar wird, dass die Pflanze erhalten werden soll.
Ein geeigneter Blütesteckling sollte gesund, vital und frei von sichtbaren Schädlingen oder Krankheiten sein. In der Praxis werden häufig Seitentriebe aus weniger dominanten Pflanzenbereichen gewählt.
Ein sinnvoller Trieb besitzt:
Große, dichte Blütenstände sind für die Bewurzelung kein Vorteil. Sie erhöhen Transpiration und mikrobielles Risiko, während der Steckling noch keine Wurzeln besitzt.
Ein Steckling ist eine offene Pflanzenwunde. Hygienisches Arbeiten reduziert das Risiko, Krankheitserreger direkt in das Leitgewebe einzubringen.
Wichtig sind:
Besonders bei der Sicherung wertvoller Genetik sollte Hygiene nicht erst bei In-vitro-Kultivierung beginnen. Auch ein normaler Klon kann Krankheitserreger über viele spätere Generationen weitertragen.
Ein Monster-Crop-Steckling trägt häufig bereits kleine Blütenansätze. Sehr große Blütenmassen sind für den unbewurzelten Steckling belastend, weil sie Wasser verlieren und ein feuchtes Mikroklima schaffen können.
In der Praxis wird deshalb häufig ein Teil des überschüssigen reproduktiven Gewebes reduziert, ohne sämtliche Nodien und Wachstumspunkte zu entfernen. Entscheidend ist, dass noch entwicklungsfähiges Gewebe vorhanden bleibt, aus dem später neue vegetative Triebe entstehen können.
Zu starkes Entfernen kann den Steckling zusätzlich schwächen. Zu viel belassenes Blütenmaterial kann dagegen:
Die Balance hängt von Größe, Blütestadium und Zustand des jeweiligen Triebs ab.
Bei Cannabis-Stecklingen ist nicht nur Feuchtigkeit wichtig. Die Schnittbasis braucht gleichzeitig Sauerstoff.
Geeignete Medien können sein:
Ein sehr trockenes Medium lässt den Steckling dehydrieren. Ein dauerhaft wassergesättigtes Medium kann den Sauerstoffgehalt senken und Fäulnis fördern.
Das Verhältnis aus Wasserhaltevermögen und Luftporen ist daher wichtiger als die bloße Aussage, das Medium müsse möglichst nass sein. Weiterführend gehören dazu Drainage, Wurzelatmung und Substratstruktur.
Unbewurzelte Stecklinge können Wasserverluste noch nicht über ein funktionierendes Wurzelsystem ausgleichen. Eine erhöhte relative Luftfeuchtigkeit reduziert zunächst die Transpiration.
Zu trockene Luft kann zu Folgendem führen:
Dauerhaft extrem hohe Feuchtigkeit kann jedoch ebenfalls problematisch sein:
Entscheidend ist nicht nur ein isolierter Luftfeuchtewert, sondern das Zusammenspiel aus Temperatur, Feuchtigkeit und VPD. Nach erfolgreicher Bewurzelung sollte die Pflanze schrittweise an normalere Bedingungen gewöhnt werden.
Die Temperatur beeinflusst Enzymaktivität, Wasserverlust, Stoffwechsel und Wurzelbildung. Zu niedrige Temperaturen verlangsamen die Prozesse. Zu hohe Temperaturen erhöhen Verdunstung und mikrobiellen Druck.
Besonders wichtig ist die Temperatur im Wurzelbereich. Kaltes, nasses Substrat kann die Wurzelbildung ebenso behindern wie überhitzte Anzuchtgefäße.
Ein stabiles Propagationsklima ist wichtiger als häufige Wechsel zwischen heiß, kalt, trocken und sehr feucht.
Unbewurzelte Stecklinge brauchen Licht für ihren Stoffwechsel, dürfen aber nicht mit der Intensität einer ausgewachsenen Pflanze behandelt werden. Zu starkes Licht erhöht den Wasserverlust, bevor genügend Wurzeln vorhanden sind.
Relevant sind:
Eine Studie mit gewöhnlichen medizinischen Cannabis-Stecklingen zeigte, dass zusätzliches Far-Red in einem von zwei Versuchen die Adventivbewurzelung verbesserte. Sie bewies jedoch keinen universellen Far-Red-Vorteil und untersuchte keine Monster-Crop-Stecklinge.
Far-Red ist daher kein notwendiger Monster-Cropping-Hack. Ein stabiles, angemessenes Lichtumfeld ist wichtiger als das Nachbauen eines einzelnen Spektralversuchs.
Auxine spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung von Adventivwurzeln. Bewurzelungsprodukte enthalten häufig synthetische Auxine wie IBA oder NAA.
Cannabis- und Hanfstudien zeigen, dass Auxinbehandlungen die Bewurzelung verbessern können. Gleichzeitig reagieren Kultivare unterschiedlich. Eine Konzentration oder Mischung, die bei einer Genetik gut funktioniert, muss bei einer anderen nicht optimal sein.
Mehr Bewurzelungshormon ist nicht automatisch besser. Zu hohe Konzentrationen können Gewebe schädigen, unerwünschte Kallusbildung fördern oder die Wurzelentwicklung beeinträchtigen.
Für Monster Cropping gilt deshalb:
Die Rückkehr zur Vegetationsphase beginnt nicht zwingend erst nach vollständig abgeschlossener Bewurzelung. Lichtsignale wirken bereits auf das lebende Sprossgewebe. Praktisch muss der Steckling jedoch zunächst überleben und genügend Wurzeln entwickeln, bevor kräftiges vegetatives Wachstum möglich wird.
Unter einem langen Lichtzyklus werden photoperiodisch sensible Pflanzen wieder in vegetative Richtung gelenkt. Häufig geschieht zunächst längere Zeit scheinbar wenig.
Typische Übergangsphasen sind:
Dieser Prozess kann deutlich länger dauern als die reine Bewurzelung.
Revegetierende Pflanzen bilden häufig Blätter, die nicht wie typische ausgewachsene Cannabis-Fächerblätter aussehen.
Möglich sind:
Diese Erscheinungen sind nicht automatisch ein Zeichen für einen genetischen Defekt. Sie spiegeln den Übergang zwischen reproduktiver und vegetativer Entwicklung wider.
Erst wenn die Pflanze wieder mehrere Generationen normaler Blätter bildet und kräftig wächst, ist die Re-Veg weitgehend abgeschlossen.
Der namensgebende „Monster“-Wuchs entsteht vermutlich aus mehreren Faktoren:
Das kann zu einem buschigen, stark verzweigten Wuchs führen. Es muss aber nicht bei jedem Klon und jeder Genetik gleich stark auftreten.
Ein Monster-Crop-Klon ist nicht dauerhaft biologisch „monströs“. Nach längerer Vegetation, Training und erneutem Klonen können spätere Generationen wieder deutlich normaler wachsen.
Monster Cropping wird häufig nicht nur zur Genetikerhaltung, sondern auch als Trainingstechnik beschrieben. Die zahlreichen Triebe können eine breite Pflanze und eine dicht gefüllte Canopy erzeugen.
Mögliche Vorteile sind:
Die gleiche Struktur kann aber auch Nachteile haben:
Buschiger bedeutet nicht automatisch besser. Die Architektur muss zur Fläche, Beleuchtung und Luftführung passen.
Ein revegetierter Klon kann viele Triebe bilden, die sich unter einem SCROG-Netz verteilen lassen. Dadurch kann eine breite Fläche aus einer einzelnen Genetik aufgebaut werden.
Das funktioniert besonders gut, wenn:
Monster Cropping ersetzt jedoch weder Low-Stress-Training noch durchdachtes Canopy-Management. Es liefert lediglich ein möglicherweise stark verzweigtes Ausgangsmaterial.
Für einen klassischen Sea of Green werden häufig kleine, gleichmäßige Klone mit kurzer Vegetationsphase verwendet. Monster-Crop-Klone sind dafür nicht immer ideal, weil Re-Veg und unregelmäßige Verzweigung den Ablauf verlängern können.
SOG lebt vor allem von:
Monster Cropping passt eher zu Systemen, in denen einzelne Pflanzen länger vegetativ aufgebaut und breit trainiert werden. Ein Einsatz im SOG ist möglich, aber nicht automatisch effizient.
Nein.
Die Methode kann mehr Seitentriebe erzeugen und damit eine andere Pflanzenarchitektur schaffen. Mehr Triebe bedeuten aber nicht zwangsläufig mehr nutzbare Blütenmasse.
Der Ertrag hängt weiterhin ab von:
Ein schlecht kontrollierter, übermäßig dichter Monster-Crop-Klon kann sogar weniger gleichmäßige Blüten liefern als ein gut aufgebauter normaler Klon.
Die Methode sollte deshalb nicht als Ertrags-Booster beschrieben werden. Ihr wichtigster Wert bleibt die genetische Rettung und die besondere Architektur.
Ein Klon besitzt grundsätzlich denselben Genotyp wie die Ausgangspflanze. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede spätere Pflanze unter allen Bedingungen exakt gleich aussieht oder dieselben Mengen an Blüten und Metaboliten produziert.
Der sichtbare Phänotyp entsteht aus Genetik und Umwelt. Unterschiede können entstehen durch:
Ein Monster-Crop-Klon bewahrt die genetische Identität des Keepers. Die ungewöhnliche Übergangsform während der Re-Veg ist keine neue Genetik.
Da der Klon denselben Genotyp besitzt, bleibt das genetische Potenzial für Cannabinoide und Terpenprofile erhalten.
Wie stark dieses Potenzial im nächsten Durchgang sichtbar wird, hängt erneut von Umwelt und Kulturführung ab. Ein identischer Klon kann unter unterschiedlichen Bedingungen Abweichungen zeigen bei:
Monster Cropping konserviert den Genotyp, nicht die exakte Umwelt des ursprünglichen Grows.
Eine erfolgreich revegetierte Pflanze kann später als Mutterpflanze genutzt werden. Dafür sollte sie zunächst vollständig zu stabilem vegetativem Wachstum zurückfinden.
Bevor weitere Stecklinge genommen werden, ist sinnvoll zu prüfen:
Wird zu früh erneut geklont, können schwache, noch im Übergang befindliche Triebe entstehen.
Ein möglicher Vorteil ist, dass nicht von jeder Pflanze vorsorglich eine Mutter erhalten werden muss. Das kann Platz sparen.
Die Methode verschiebt den Aufwand jedoch nur:
Monster Cropping kann einen Mutterraum ersetzen, ist aber keine garantierte Platz- oder Zeitersparnis.
Für langfristige, professionelle Genetikerhaltung ist In-vitro-Kultivierung von Cannabis eine weitere Möglichkeit. Dabei werden kleine Gewebestücke unter sterilen Laborbedingungen vermehrt oder erhalten.
Im Vergleich:
Für einen unerwarteten Keeper bleibt Monster Cropping die unmittelbarste Rettungsmethode. Für größere Genetikbibliotheken sind strukturiertere Erhaltungssysteme oft zuverlässiger.
Ein Steckling ist keine gereinigte Kopie. Er kann alles mitbringen, was auf oder in der Ausgangspflanze vorhanden ist.
Dazu gehören:
Besonders relevant ist das Hop Latent Viroid, das sich über vegetative Vermehrung innerhalb einer Klonsammlung ausbreiten kann.
Eine außergewöhnliche Genetik ist nur dann langfristig wertvoll, wenn sie auch gesund erhalten wird. Neue oder gerettete Klone sollten deshalb genau kontrolliert und von bestehenden Mutterpflanzen getrennt beobachtet werden.
Eine Pflanze mit männlichen Blüten, Antheren oder wiederkehrender Intersexualität bei Cannabis sollte nicht allein wegen ihres Aromas bedenkenlos als Keeper erhalten werden.
Der Klon übernimmt denselben genetischen Hintergrund. Wurde die Geschlechtsabweichung genetisch begünstigt, kann sie in späteren Durchgängen erneut auftreten.
Vor der Erhaltung sollte unterschieden werden:
Monster Cropping kann einen Phänotyp retten. Es kann unerwünschte genetische Eigenschaften aber ebenso konservieren.
Ja. Eine photoperiodische Pflanze aus Cannabis Samen feminisiert kann als Blütesteckling bewurzelt und revegetiert werden.
Die Bezeichnung feminisiert betrifft die erwartete Geschlechtsausprägung, nicht die Fähigkeit zur klonalen Vermehrung. Entscheidend sind:
Eine genetisch weibliche Pflanze bleibt auch als Klon genetisch weiblich. Umwelt oder Instabilität können trotzdem männliche Strukturen begünstigen, wie bei jeder anderen Klonlinie.
Ja. Weibliche photoperiodische Pflanzen aus regulären Cannabis Samen können auf dieselbe Weise erhalten werden.
Reguläre Seeds sind besonders für Selektion und Breeding interessant. Monster Cropping kann nützlich werden, wenn ein außergewöhnlicher weiblicher Phänotyp erst spät auffällt und kein Backup vorhanden ist.
Auch männliche Pflanzen lassen sich grundsätzlich vegetativ klonen. Der Begriff Monster Cropping wird in der Grow-Praxis jedoch überwiegend für blühende weibliche Stecklinge verwendet.
Für Autoflowering Samen ist Monster Cropping in der üblichen Form nicht sinnvoll.
Autoflowering-Pflanzen wechseln aufgrund ihres genetisch gesteuerten Altersprogramms in die Blüte und lassen sich nicht zuverlässig durch lange Tage dauerhaft in die Vegetationsphase zurückführen. Ein Steckling behält außerdem ungefähr das Entwicklungsalter der Ausgangspflanze.
Das bedeutet:
Autoflowering-Genetiken von spezialisierten Breedern wie Mephisto Genetics oder Night Owl Seeds werden deshalb normalerweise über Saatgut und züchterische Populationen erhalten, nicht über Monster-Cropping-Klone.
Eine universelle Zeitangabe gibt es nicht. Schon gewöhnliche Cannabis-Stecklinge werden in Studien häufig nach etwa zwei bis drei Wochen bewertet. Ein Monster-Crop-Steckling benötigt zusätzlich Zeit für die Rückkehr zur Vegetation.
Der gesamte Prozess kann umfassen:
Je nach Genetik und Blütestadium können mehrere Wochen vergehen, bevor deutlich kräftiges vegetatives Wachstum entsteht.
Monster Cropping eignet sich daher nicht für einen Ablauf, bei dem jeder Tag exakt kalkuliert werden muss.
Sichtbare Wurzeln sind das eindeutigste Signal. Je nach Medium sind sie aber nicht sofort erkennbar.
Weitere Hinweise können sein:
Ein grüner Steckling ist nicht automatisch bewurzelt. Blütentriebe können längere Zeit von gespeicherten Reserven leben, ohne ein funktionierendes Wurzelsystem zu bilden.
Eine erfolgreiche Re-Veg zeigt sich nicht nur daran, dass der Steckling überlebt.
Typische Signale sind:
Erst bei stabilem, kräftigem Blatt- und Triebwachstum sollte die Pflanze wie ein normaler Veg-Klon weiterbehandelt werden.
Mögliche Ursachen sind hohe Transpiration, trockene Luft, beschädigter Schnitt oder zu intensive Beleuchtung.
Mögliche Ursachen sind Sauerstoffmangel, Fäulnis, verschmutztes Werkzeug oder dauerhaft zu nasses Medium.
Das Gewebe kann längere Zeit überleben, ohne erfolgreiche Adventivwurzeln zu entwickeln. Genetik, Entwicklungsphase und Propagationsbedingungen spielen dabei zusammen.
Während der Re-Veg ist das zunächst normal. Entscheidend ist, ob später wieder kräftiges, mehrfingriges Wachstum entsteht.
Nach erfolgreicher Erholung kann die Pflanze ausgelichtet und über Topping, LST oder ein Netz strukturiert werden.
Stress und genetische Anfälligkeit müssen geprüft werden. Eine Pflanze mit wiederkehrender Intersexualität ist möglicherweise kein sinnvoller Keeper.
Häufige Fehler sind:
Monster Cropping belohnt Geduld und genaue Beobachtung. Schnelle Korrekturen und ständig wechselnde Bedingungen machen die Methode meist nicht erfolgreicher.
Die Technik eignet sich besonders für Grower*innen, die:
Weniger geeignet ist sie für:
Die Methode muss nicht zum Standard jedes Grows werden. Wer vor der Blüte Backup-Stecklinge nimmt, erhält Genetik schneller und berechenbarer.
Monster Cropping ist besonders wertvoll, wenn die normale Planung nicht stattgefunden hat:
In solchen Fällen kann die Technik eine Genetik retten, die andernfalls mit der Ernte verschwinden würde.
Monster Cropping ist eine Vermehrungstechnik, bei der Stecklinge von einer bereits blühenden, photoperiodischen Cannabispflanze genommen, bewurzelt und unter Langtag wieder in die Vegetationsphase gebracht werden.
Nein. Normale Klone stammen gewöhnlich aus der Vegetationsphase. Monster-Crop-Stecklinge stammen aus der Blüte und müssen zusätzlich revegetieren.
Monster Cropping enthält eine Re-Veg-Phase. Beim klassischen Re-Veg wird häufig die ursprüngliche ganze Pflanze zurück in die Vegetation gebracht. Beim Monster Cropping geschieht das mit einem abgetrennten Blütesteckling.
Der Name bezieht sich auf den ungewöhnlich buschigen und stark verzweigten Wuchs, den manche revegetierten Blütestecklinge entwickeln.
Nein. Monster Cropping ist ein Begriff aus der Grow-Community. Die einzelnen biologischen Prozesse – Stecklingsbewurzelung, Photoperiodenwechsel und Re-Veg – sind wissenschaftlich beschreibbar, die Gesamtechnik selbst wurde aber kaum direkt untersucht.
Der wichtigste Vorteil ist die nachträgliche Erhaltung eines interessanten Phänotyps, wenn vor Beginn der Blüte kein vegetativer Backup-Klon gesichert wurde.
Nein. Die Methode kann eine stark verzweigte Architektur erzeugen. Ob daraus mehr Ertrag entsteht, hängt von Genetik, Licht, Canopy, Vegetationszeit, Wurzelraum und Kulturführung ab.
Sie können langsamer oder ungleichmäßiger reagieren als vegetative Stecklinge. Der Entwicklungszustand des Gewebes beeinflusst die Adventivbewurzelung. Cannabis-spezifische Vergleichsdaten zu Monster Cropping sind jedoch begrenzt.
Schon gewöhnliche Cannabis-Stecklinge werden häufig über zwei bis drei Wochen beobachtet. Bei Monster Cropping kommt anschließend eine unterschiedlich lange Re-Veg-Phase hinzu.
Das hängt stark von Genetik, Blütestadium und Bedingungen ab. Es können mehrere Wochen vergehen, bevor wieder normales, kräftiges vegetatives Wachstum entsteht.
Solche Blätter sind typische Übergangsformen während der Rückkehr von reproduktiver zu vegetativer Entwicklung. Sie sind nicht automatisch ein Mangel oder eine Mutation.
Es gibt keine wissenschaftlich gesicherte Universalwoche. In der Praxis sind frühere Blütentriebe meist leichter zurückzuführen als stark ausgereifte und seneszente Triebe.
Ja. Entscheidend ist, dass die Pflanze photoperiodisch ist. Das feminisierte Saatgutformat verhindert die klonale Vermehrung nicht.
Ja. Weibliche photoperiodische Pflanzen aus regulärem Saatgut können ebenfalls als Blütestecklinge erhalten werden.
In der üblichen Form nicht sinnvoll. Autoflowers folgen einem altersabhängigen Blüteprogramm und lassen sich durch Langtag nicht zuverlässig zurück in eine dauerhafte Vegetationsphase bringen.
Nicht zwingend, aber Auxinprodukte können die Wurzelbildung unterstützen. Die Wirkung ist cultivarabhängig, und eine hohe Dosierung ist nicht automatisch besser.
Eine Studie fand bei gewöhnlichen Cannabis-Stecklingen in einem von zwei Versuchen einen positiven Effekt. Das ist kein Beleg dafür, dass Far-Red für Monster Cropping notwendig oder universell wirksam ist.
Ja. Sie sollte zuerst vollständig revegetieren, wieder normal wachsen und auf Gesundheit sowie sexuelle Stabilität geprüft werden.
Der Klon besitzt denselben Genotyp wie die Ausgangspflanze. Umwelt, Entwicklungsphase und Gesundheitszustand können den sichtbaren Phänotyp trotzdem beeinflussen.
Das genetische Potenzial bleibt erhalten. Die tatsächliche Ausprägung hängt im nächsten Durchgang erneut von Licht, Klima, Nährstoffversorgung, Erntezeitpunkt und Nachernte ab.
Ja. Da die Methode weniger berechenbar ist als normales Klonen, erhöhen mehrere eindeutig beschriftete Stecklinge die Chance, die Genetik erfolgreich zu sichern.
Monster Cropping ist am besten als fortgeschrittene Rettungs- und Vermehrungstechnik zu verstehen. Ein Blütesteckling wird bewurzelt und anschließend unter Langtag wieder in die vegetative Entwicklung geführt. Dadurch lässt sich ein besonderer Phänotyp noch erhalten, obwohl vor der Blüte kein Backup-Klon genommen wurde.
Die Methode kann ungewöhnlich verzweigte Pflanzen hervorbringen und für SCROG oder individuelle Architekturarbeit interessant sein. Ein garantierter Ertragsvorteil ist daraus jedoch nicht abzuleiten. Blütestecklinge benötigen häufig mehr Zeit, reagieren genetisch unterschiedlich und durchlaufen während der Re-Veg eine auffällige Übergangsphase.
Der eigentliche Wert von Monster Cropping liegt nicht im Versprechen monströser Pflanzen, sondern in der zweiten Chance für eine Genetik. Wenn ein außergewöhnlicher Keeper erst in der Blüte sichtbar wird, kann ein unscheinbarer Blütesteckling dafür sorgen, dass sein Genotyp nicht mit der Ernte verloren geht.