Suche

canaˈsøːze

Suche

canaˈsøːze

Monster Cropping bei Cannabis – wenn Blüte-Stecklinge zurück in die Vegi geschickt werden

Cannabis Setzlinge in Anbau Pots

Cannabis Lexikon

Monster Cropping verbindet Stecklingsvermehrung und Re-Veg: Ein Blütentrieb wird bewurzelt und unter einem langen Lichtzyklus zurück in die Vegetationsphase geführt. Der wichtigste Zweck ist nicht ein garantierter Mehrertrag, sondern die nachträgliche Rettung eines besonderen Phänotyps.

Monster Cropping bei Cannabis

Wie Blütestecklinge bewurzelt und revegetiert werden, warum ungewöhnliche Blätter und starke Verzweigung entstehen und weshalb Monster Cropping vor allem als Rettungsstrategie für wertvolle Genetik interessant ist.

Definition

Monster Cropping ist eine klonale Vermehrungsmethode für photoperiodische Cannabispflanzen. Ein Steckling wird während der Blüte entnommen, bewurzelt und anschließend unter Langtag wieder in vegetatives Wachstum zurückgeführt.

Kurz erklärt

Ausgangsmaterial: ein gesunder Trieb aus einer bereits blühenden, photoperiodischen Pflanze.

Doppelter Übergang: Der Steckling muss Adventivwurzeln bilden und zugleich zurück in die Vegetationsphase wechseln.

Größter Nutzen: Ein Keeper kann noch gesichert werden, obwohl vor der Blüte kein Backup-Klon genommen wurde.

Typisches Erscheinungsbild: ein- oder dreifingrige Übergangsblätter und häufig eine starke, unregelmäßige Verzweigung.

Keine Garantie: Monster Cropping erhöht weder automatisch die Bewurzelungsquote noch den späteren Ertrag.

In diesem Beitrag

  • Was ist Monster Cropping genau?
  • Monster Cropping, Re-Veg und normales Klonen
  • Warum Grower*innen Monster Cropping nutzen
  • Die bessere Strategie: Backup-Klone vor der Blüte
  • Warum Blütestecklinge schwieriger wurzeln können
  • Monster Cropping ist wissenschaftlich kaum direkt untersucht
  • Welche Pflanzen sich eignen
  • Der richtige Zeitpunkt
  • Bewurzelungsmedium: Wasser und Luft müssen zusammenpassen
  • Luftfeuchtigkeit und VPD
  • Licht während der Bewurzelung
  • Auxine und Bewurzelungshormone
  • Wann beginnt die Re-Veg?
  • Woher die starke Verzweigung kommt
  • Garantiert Monster Cropping mehr Ertrag?
  • Funktioniert Monster Cropping mit Autoflowers?
  • Häufige Probleme beim Monster Cropping
  • FAQ – Häufige Fragen zu Monster Cropping
  • Fazit

Merksatz

Monster Cropping ist am wertvollsten als zweite Chance für einen außergewöhnlichen Phänotyp. Für eine geplante Selektion bleiben vegetative Backup-Klone vor der Blüte schneller und berechenbarer.

Monster Cropping ist eine besondere Form der klonalen Vermehrung. Dabei wird ein Steckling nicht wie üblich von einer Pflanze in der Vegetationsphase genommen, sondern von einer bereits blühenden, photoperiodischen Cannabispflanze. Der Blütetrieb wird bewurzelt und anschließend unter einem langen Lichtzyklus wieder in die vegetative Entwicklung zurückgeführt.

Die Methode verbindet damit zwei Techniken:

  • die Vermehrung über Cannabis-Stecklinge
  • das Re-Veg bei Cannabis

Monster Cropping ist kein standardisierter botanischer Fachbegriff. Der Name stammt aus der Grow-Community und spielt auf den ungewöhnlich verzweigten, teilweise fast chaotischen Wuchs an, den zurückgeführte Blütestecklinge entwickeln können.

Der wichtigste Nutzen liegt jedoch nicht in einer angeblich monströsen Ertragssteigerung. Monster Cropping ist vor allem eine Rettungsstrategie für Genetik: Eine Pflanze kann noch als Klon erhalten werden, obwohl während der Vegetationsphase kein Steckling gesichert wurde und ihre besonderen Eigenschaften erst in der Blüte sichtbar werden.

Was ist Monster Cropping genau?

Beim klassischen Cloning werden junge, vegetative Seitentriebe geschnitten und zur Bildung neuer Wurzeln gebracht. Der Steckling befindet sich bereits in einer vegetativen Entwicklungsphase und kann nach erfolgreicher Bewurzelung vergleichsweise geradlinig weiterwachsen.

Beim Monster Cropping stammt der Steckling dagegen aus der Blütephase. Sein Gewebe und seine Triebspitze sind bereits auf reproduktive Entwicklung eingestellt. Neben Blättern trägt der Schnitt häufig erste Brakteen, Stigmen und kleine Blütenansätze.

Der Ablauf besteht deshalb aus zwei Übergängen:

  1. Der abgetrennte Blütetrieb muss Adventivwurzeln bilden.
  2. Der bewurzelte Steckling muss von reproduktiver zurück in vegetative Entwicklung wechseln.

Diese doppelte Umstellung macht Monster Cropping langsamer und weniger berechenbar als normales Klonen.

Monster Cropping, Re-Veg und normales Klonen

Die drei Begriffe überschneiden sich, beschreiben aber nicht exakt dasselbe.

Normales Klonen

Ein Steckling wird von einer vegetativen Pflanze oder Mutterpflanze genommen. Er wird bewurzelt und wächst anschließend vegetativ weiter.

Monster Cropping

Ein Steckling wird von einer bereits blühenden Pflanze genommen. Nach der Bewurzelung wird er unter Langtag zurück in die Vegetationsphase gebracht.

Re-Veg einer ganzen Pflanze

Die ursprüngliche Pflanze wird nach oder während der Blüte nicht vollständig entfernt. Einige Blüten, Blätter und Triebe bleiben erhalten. Anschließend wird die gesamte Pflanze wieder einem langen Lichtzyklus ausgesetzt.

Monster Cropping ist damit eine Form von Re-Veg auf Stecklingsebene.

Warum Grower*innen Monster Cropping nutzen

Der größte Vorteil ist die nachträgliche Sicherung eines interessanten Phänotyps.

Bei einer Selektion aus Samen lässt sich vor Beginn der Blüte noch nicht vollständig erkennen, welche Pflanze später besonders überzeugt. Erst in der Blüte werden viele wichtige Merkmale sichtbar:

  • Blütenstruktur
  • Harzbesatz
  • Terpenprofil
  • Stretch
  • Reifezeit
  • Blüten-Blatt-Verhältnis
  • Farbentwicklung
  • Stressverhalten
  • Gleichmäßigkeit
  • sichtbare sexuelle Stabilität

Wurde vorher kein Klon genommen, wäre der besondere Phänotyp nach der Ernte normalerweise verloren. Ein Blütesteckling kann dann die letzte Möglichkeit sein, den Genotyp vegetativ zu erhalten.

Ein Keeper zeigt sich häufig erst in der Blüte

Ein Keeper ist eine Pflanze, die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften dauerhaft erhalten werden soll. Welche Pflanze sich dafür eignet, lässt sich aus der Vegetationsphase allein nur begrenzt beurteilen.

Ein kräftiger Wuchs bedeutet nicht automatisch:

  • starkes Aroma
  • hohe Trichomdichte
  • gute Blütenstruktur
  • kurze Reifezeit
  • sexuelle Stabilität
  • gewünschtes Cannabinoidprofil

Umgekehrt kann eine in der Veg unscheinbare Pflanze während der Blüte ein außergewöhnliches Profil entwickeln.

Das gilt besonders bei Phänotypensuchen aus modernen photoperiodischen Genetiken wie Pink Piña – Grounded Genetics, Moonbow 112 IX – Archive Seed Bank, Imperial Grapes – Commonwealth Seed Co., Granita – Perfect Tree Seeds oder Nam Wah – Symbiotic Genetics. Solche Strain-Seiten beschreiben das genetische Ausgangspotenzial. Welcher einzelne Sämling später zum Keeper wird, zeigt sich jedoch erst im konkreten Grow.

Die bessere Strategie: Backup-Klone vor der Blüte

Monster Cropping ist nützlich, aber nicht die sicherste Form der Phänotypensicherung. Wer gezielt selektiert, nimmt idealerweise von jeder Kandidatin einen vegetativen Backup-Steckling, bevor die ursprünglichen Pflanzen in die Blüte geschickt werden.

Der Ablauf einer kontrollierten Selektion kann so aussehen:

  1. Pflanzen eindeutig beschriften.
  2. Von jeder Pflanze einen vegetativen Klon nehmen.
  3. Klone unter Langtag erhalten.
  4. Originalpflanzen zur Blüte bringen.
  5. Blütenmerkmale dokumentieren.
  6. Uninteressante Backup-Klone aussortieren.
  7. Den Klon des besten Phänotyps als Mutterpflanze weiterführen.

Monster Cropping wird vor allem dann relevant, wenn dieser Schritt ausgelassen wurde oder eine Pflanze unerwartet positiv überrascht.

Warum Blütestecklinge schwieriger wurzeln können

Wurzeln, die aus einem abgeschnittenen Stängel entstehen, werden Adventivwurzeln genannt. Ihre Bildung ist ein komplexer Prozess, an dem Wundsignale, Kohlenhydrate, Pflanzenhormone und der physiologische Zustand des Gewebes beteiligt sind.

Mit dem Wechsel von vegetativer zu reproduktiver Entwicklung verändern sich zahlreiche Vorgänge in der Pflanze. Allgemeine Pflanzenstudien zeigen, dass Gewebe nach dem Übergang zur Blüte schlechtere Voraussetzungen für Adventivbewurzelung besitzen kann. Dabei verändern sich unter anderem Auxinhaushalt und Reaktion des Schnittbereichs.

Für Cannabis ist dieser Zusammenhang bei Monster Cropping noch nicht ausreichend direkt untersucht. Praktisch ist aber plausibel, warum ein bereits blühender Trieb mehr Zeit und Energie benötigt als ein junger Veg-Steckling:

  • Der Trieb ist bereits auf Blütenbildung eingestellt.
  • Ein Teil seiner Reserven steckt in reproduktivem Gewebe.
  • Die Blattfläche ist häufig kleiner oder anders aufgebaut.
  • Der Steckling muss gleichzeitig Wunden versorgen und seinen Entwicklungsmodus verändern.
  • Älteres beziehungsweise weiter entwickeltes Gewebe kann langsamer reagieren.

Nicht jeder Blütesteckling scheitert. Die Erfolgsquote ist aber häufig weniger vorhersehbar als bei gesunden vegetativen Cuttings.

Monster Cropping ist wissenschaftlich kaum direkt untersucht

Viele Aussagen über Monster Cropping stammen aus Grow-Erfahrung, Foren und Praxisartikeln. Dazu gehören Behauptungen wie:

  • Blütestecklinge würden grundsätzlich doppelt so viele Seitentriebe bilden.
  • Monster Cropping steigere automatisch den Ertrag.
  • Stecklinge aus einer bestimmten Blütewoche seien immer optimal.
  • Jede Genetik reagiere gleich.
  • Monster-Crop-Klone seien dauerhaft buschiger.

Für solche pauschalen Regeln fehlt bisher eine belastbare cannabis-spezifische Vergleichsforschung.

Vorhandene Studien untersuchen unter anderem:

  • Bewurzelung gewöhnlicher Cannabis-Stecklinge
  • unterschiedliche Substrate
  • Auxinbehandlungen
  • Luftfeuchtigkeit und Temperatur
  • Lichtspektren während der Bewurzelung
  • Pflanzenarchitektur
  • Photoperioden und Blütenentwicklung

Diese Ergebnisse helfen, einzelne Teile der Methode zu verstehen. Sie beweisen aber nicht automatisch die üblichen Monster-Cropping-Versprechen.

Welche Pflanzen sich eignen

Monster Cropping richtet sich an gesunde, photoperiodisch sensible Cannabispflanzen.

Besonders sinnvoll kann die Methode sein, wenn:

  • eine Pflanze erst in der Blüte als Keeper auffällt
  • kein vegetativer Backup-Klon vorhanden ist
  • die Genetik nicht erneut aus Saatgut reproduzierbar ist
  • ein besonderer Phänotyp erhalten werden soll
  • eine Clone-only-Auswahl verloren zu gehen droht
  • kein dauerhafter Mutterraum geführt wird

Weniger geeignet sind:

  • stark kranke Pflanzen
  • Pflanzen mit Schädlingen
  • stark mangelversorgte Triebe
  • bereits abgestorbene oder stark verholzte Bereiche
  • sexuell instabile Pflanzen
  • weitgehend seneszente Pflanzen
  • Autoflowering-Pflanzen

Der Klon erhält nicht nur die gewünschten Eigenschaften seines Genotyps. Er kann auch Schädlinge, Pilze, Viren und andere Probleme der Ausgangspflanze mitbringen.

Der richtige Zeitpunkt

Eine universell optimale Blütewoche ist wissenschaftlich nicht festgelegt. In der Grow-Praxis werden häufig relativ frühe Blütestadien bevorzugt, weil die Triebe dann noch mehr vegetative Blattmasse besitzen und weniger weit reproduktiv festgelegt sind.

Mit fortschreitender Blüte verändern sich die Ausgangsbedingungen:

  • Blütengewebe nimmt zu.
  • Fächerblätter werden weniger.
  • Stängel können stärker verholzen.
  • Reserven werden in Infloreszenzen verlagert.
  • Seneszenz kann einsetzen.
  • Die Rückkehr zur Vegetation kann länger dauern.

Ein später Steckling kann trotzdem bewurzeln und revegetieren. Die Methode wird jedoch meist langsamer und unsicherer, je weiter Entwicklung und Alterung fortgeschritten sind.

Die entscheidende Regel lautet daher nicht „Woche zwei“ oder „Woche drei“, sondern: so früh wie möglich, sobald klar wird, dass die Pflanze erhalten werden soll.

Welcher Trieb geeignet ist

Ein geeigneter Blütesteckling sollte gesund, vital und frei von sichtbaren Schädlingen oder Krankheiten sein. In der Praxis werden häufig Seitentriebe aus weniger dominanten Pflanzenbereichen gewählt.

Ein sinnvoller Trieb besitzt:

  • mehrere gesunde Nodien
  • ausreichend Stängellänge
  • noch funktionsfähige Blätter
  • keine Nekrosen
  • keine sichtbaren Pollensäcke oder Antheren
  • kein weiches, faulendes Gewebe
  • keine starke Schädlingsbelastung
  • einen noch nicht vollständig verholzten Stängel

Große, dichte Blütenstände sind für die Bewurzelung kein Vorteil. Sie erhöhen Transpiration und mikrobielles Risiko, während der Steckling noch keine Wurzeln besitzt.

Präziser Schnitt und Hygiene

Ein Steckling ist eine offene Pflanzenwunde. Hygienisches Arbeiten reduziert das Risiko, Krankheitserreger direkt in das Leitgewebe einzubringen.

Wichtig sind:

  • scharfes Werkzeug
  • gereinigte beziehungsweise desinfizierte Klinge
  • gereinigte Hände oder Handschuhe
  • eindeutig beschriftete Stecklinge
  • frisches Bewurzelungsmedium
  • gereinigte Anzuchtgefäße
  • keine gemeinsame Nutzung verschmutzten Wassers

Besonders bei der Sicherung wertvoller Genetik sollte Hygiene nicht erst bei In-vitro-Kultivierung beginnen. Auch ein normaler Klon kann Krankheitserreger über viele spätere Generationen weitertragen.

Was mit den Blütenansätzen geschieht

Ein Monster-Crop-Steckling trägt häufig bereits kleine Blütenansätze. Sehr große Blütenmassen sind für den unbewurzelten Steckling belastend, weil sie Wasser verlieren und ein feuchtes Mikroklima schaffen können.

In der Praxis wird deshalb häufig ein Teil des überschüssigen reproduktiven Gewebes reduziert, ohne sämtliche Nodien und Wachstumspunkte zu entfernen. Entscheidend ist, dass noch entwicklungsfähiges Gewebe vorhanden bleibt, aus dem später neue vegetative Triebe entstehen können.

Zu starkes Entfernen kann den Steckling zusätzlich schwächen. Zu viel belassenes Blütenmaterial kann dagegen:

  • Verdunstung erhöhen
  • Schimmel begünstigen
  • die Luftzirkulation erschweren
  • den Energiebedarf steigern
  • abgestorbenes Gewebe erzeugen

Die Balance hängt von Größe, Blütestadium und Zustand des jeweiligen Triebs ab.

Bewurzelungsmedium: Wasser und Luft müssen zusammenpassen

Bei Cannabis-Stecklingen ist nicht nur Feuchtigkeit wichtig. Die Schnittbasis braucht gleichzeitig Sauerstoff.

Geeignete Medien können sein:

  • feine, luftige Anzuchtsubstrate
  • Torf-Perlit-Mischungen
  • Anzuchtwürfel
  • Steinwolle
  • Propagationsschwämme
  • aeroponische Systeme

Ein sehr trockenes Medium lässt den Steckling dehydrieren. Ein dauerhaft wassergesättigtes Medium kann den Sauerstoffgehalt senken und Fäulnis fördern.

Das Verhältnis aus Wasserhaltevermögen und Luftporen ist daher wichtiger als die bloße Aussage, das Medium müsse möglichst nass sein. Weiterführend gehören dazu Drainage, Wurzelatmung und Substratstruktur.

Luftfeuchtigkeit und VPD

Unbewurzelte Stecklinge können Wasserverluste noch nicht über ein funktionierendes Wurzelsystem ausgleichen. Eine erhöhte relative Luftfeuchtigkeit reduziert zunächst die Transpiration.

Zu trockene Luft kann zu Folgendem führen:

  • welkenden Blättern
  • Austrocknung der Schnittstelle
  • Blattverlust
  • verlangsamter Wurzelbildung
  • Absterben des Stecklings

Dauerhaft extrem hohe Feuchtigkeit kann jedoch ebenfalls problematisch sein:

  • Kondenswasser
  • Schimmel
  • weiches Pflanzengewebe
  • schwache Akklimatisierung
  • schlechte Luftbewegung
  • geringe Transpirationskontrolle

Entscheidend ist nicht nur ein isolierter Luftfeuchtewert, sondern das Zusammenspiel aus Temperatur, Feuchtigkeit und VPD. Nach erfolgreicher Bewurzelung sollte die Pflanze schrittweise an normalere Bedingungen gewöhnt werden.

Temperatur

Die Temperatur beeinflusst Enzymaktivität, Wasserverlust, Stoffwechsel und Wurzelbildung. Zu niedrige Temperaturen verlangsamen die Prozesse. Zu hohe Temperaturen erhöhen Verdunstung und mikrobiellen Druck.

Besonders wichtig ist die Temperatur im Wurzelbereich. Kaltes, nasses Substrat kann die Wurzelbildung ebenso behindern wie überhitzte Anzuchtgefäße.

Ein stabiles Propagationsklima ist wichtiger als häufige Wechsel zwischen heiß, kalt, trocken und sehr feucht.

Licht während der Bewurzelung

Unbewurzelte Stecklinge brauchen Licht für ihren Stoffwechsel, dürfen aber nicht mit der Intensität einer ausgewachsenen Pflanze behandelt werden. Zu starkes Licht erhöht den Wasserverlust, bevor genügend Wurzeln vorhanden sind.

Relevant sind:

  • moderate Lichtintensität
  • gleichmäßige Verteilung
  • wenig Hitzestress
  • ausreichende Tageslänge
  • stabile Photoperiode

Eine Studie mit gewöhnlichen medizinischen Cannabis-Stecklingen zeigte, dass zusätzliches Far-Red in einem von zwei Versuchen die Adventivbewurzelung verbesserte. Sie bewies jedoch keinen universellen Far-Red-Vorteil und untersuchte keine Monster-Crop-Stecklinge.

Far-Red ist daher kein notwendiger Monster-Cropping-Hack. Ein stabiles, angemessenes Lichtumfeld ist wichtiger als das Nachbauen eines einzelnen Spektralversuchs.

Auxine und Bewurzelungshormone

Auxine spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung von Adventivwurzeln. Bewurzelungsprodukte enthalten häufig synthetische Auxine wie IBA oder NAA.

Cannabis- und Hanfstudien zeigen, dass Auxinbehandlungen die Bewurzelung verbessern können. Gleichzeitig reagieren Kultivare unterschiedlich. Eine Konzentration oder Mischung, die bei einer Genetik gut funktioniert, muss bei einer anderen nicht optimal sein.

Mehr Bewurzelungshormon ist nicht automatisch besser. Zu hohe Konzentrationen können Gewebe schädigen, unerwünschte Kallusbildung fördern oder die Wurzelentwicklung beeinträchtigen.

Für Monster Cropping gilt deshalb:

  • Auxine können unterstützen.
  • Sie ersetzen kein gutes Stecklingsmaterial.
  • Sie gleichen kein faulendes Medium aus.
  • Sie beheben keine Krankheit.
  • Sie garantieren keine erfolgreiche Re-Veg.

Wann beginnt die Re-Veg?

Die Rückkehr zur Vegetationsphase beginnt nicht zwingend erst nach vollständig abgeschlossener Bewurzelung. Lichtsignale wirken bereits auf das lebende Sprossgewebe. Praktisch muss der Steckling jedoch zunächst überleben und genügend Wurzeln entwickeln, bevor kräftiges vegetatives Wachstum möglich wird.

Unter einem langen Lichtzyklus werden photoperiodisch sensible Pflanzen wieder in vegetative Richtung gelenkt. Häufig geschieht zunächst längere Zeit scheinbar wenig.

Typische Übergangsphasen sind:

  1. Der Steckling bleibt äußerlich nahezu unverändert.
  2. Blütengewebe altert oder stagniert.
  3. Kleine neue Wachstumspunkte erscheinen.
  4. Ungewöhnliche Einzel- oder Dreifingerblätter entstehen.
  5. Die Triebe verzweigen sich unregelmäßig.
  6. Später erscheinen wieder normalere mehrfingrige Blätter.
  7. Das Wachstum beschleunigt sich.

Dieser Prozess kann deutlich länger dauern als die reine Bewurzelung.

Warum die ersten Blätter ungewöhnlich aussehen

Revegetierende Pflanzen bilden häufig Blätter, die nicht wie typische ausgewachsene Cannabis-Fächerblätter aussehen.

Möglich sind:

  • einblättrige Blätter
  • dreifingrige Blätter
  • rundere Blattformen
  • verdrehte Blattflächen
  • asymmetrische Blätter
  • ungewöhnlich lange Blattstiele
  • stark wechselnde Internodien
  • mehrere neue Triebe aus engem Raum

Diese Erscheinungen sind nicht automatisch ein Zeichen für einen genetischen Defekt. Sie spiegeln den Übergang zwischen reproduktiver und vegetativer Entwicklung wider.

Erst wenn die Pflanze wieder mehrere Generationen normaler Blätter bildet und kräftig wächst, ist die Re-Veg weitgehend abgeschlossen.

Woher die starke Verzweigung kommt

Der namensgebende „Monster“-Wuchs entsteht vermutlich aus mehreren Faktoren:

  • Blühende Triebe besitzen viele dicht angeordnete Nodien und Achselknospen.
  • Die bisherige apikale Organisation wird durch Schnitt und Phasenwechsel gestört.
  • Mehrere ruhende Wachstumspunkte können gleichzeitig aktiv werden.
  • Blütennahe Meristeme entwickeln sich neu.
  • Hormonsignale und Kohlenhydratverteilung verändern sich.

Das kann zu einem buschigen, stark verzweigten Wuchs führen. Es muss aber nicht bei jedem Klon und jeder Genetik gleich stark auftreten.

Ein Monster-Crop-Klon ist nicht dauerhaft biologisch „monströs“. Nach längerer Vegetation, Training und erneutem Klonen können spätere Generationen wieder deutlich normaler wachsen.

Monster Cropping als Trainingstechnik

Monster Cropping wird häufig nicht nur zur Genetikerhaltung, sondern auch als Trainingstechnik beschrieben. Die zahlreichen Triebe können eine breite Pflanze und eine dicht gefüllte Canopy erzeugen.

Mögliche Vorteile sind:

  • viele Seitentriebe
  • gute Verteilung auf einem Netz
  • flexible Formbarkeit
  • starke Eignung für SCROG
  • weniger Abhängigkeit von einem einzelnen Haupttrieb

Die gleiche Struktur kann aber auch Nachteile haben:

  • zu dichte Pflanzenmitte
  • schlechte Luftbewegung
  • viele schwache Triebe
  • erhöhter Schnittaufwand
  • ungleichmäßige Beleuchtung
  • schwer kontrollierbares Wachstum

Buschiger bedeutet nicht automatisch besser. Die Architektur muss zur Fläche, Beleuchtung und Luftführung passen.

Monster Cropping und SCROG

Ein revegetierter Klon kann viele Triebe bilden, die sich unter einem SCROG-Netz verteilen lassen. Dadurch kann eine breite Fläche aus einer einzelnen Genetik aufgebaut werden.

Das funktioniert besonders gut, wenn:

  • ausreichend Vegetationszeit vorhanden ist
  • schwache Triebe entfernt werden
  • die Pflanzenmitte nicht zu dicht bleibt
  • das Netz früh genug eingesetzt wird
  • die Lichtverteilung gleichmäßig ist
  • die Luft unterhalb der Canopy zirkulieren kann

Monster Cropping ersetzt jedoch weder Low-Stress-Training noch durchdachtes Canopy-Management. Es liefert lediglich ein möglicherweise stark verzweigtes Ausgangsmaterial.

Monster Cropping und SOG

Für einen klassischen Sea of Green werden häufig kleine, gleichmäßige Klone mit kurzer Vegetationsphase verwendet. Monster-Crop-Klone sind dafür nicht immer ideal, weil Re-Veg und unregelmäßige Verzweigung den Ablauf verlängern können.

SOG lebt vor allem von:

  • gleichmäßigen Klonen
  • berechenbarer Pflanzenhöhe
  • kurzen Zyklen
  • klarer Haupttriebstruktur
  • einheitlichem Entwicklungsstand

Monster Cropping passt eher zu Systemen, in denen einzelne Pflanzen länger vegetativ aufgebaut und breit trainiert werden. Ein Einsatz im SOG ist möglich, aber nicht automatisch effizient.

Garantiert Monster Cropping mehr Ertrag?

Nein.

Die Methode kann mehr Seitentriebe erzeugen und damit eine andere Pflanzenarchitektur schaffen. Mehr Triebe bedeuten aber nicht zwangsläufig mehr nutzbare Blütenmasse.

Der Ertrag hängt weiterhin ab von:

  • Genetik
  • Wurzelvolumen
  • Vegetationsdauer
  • Lichtmenge
  • Pflanzenfläche
  • Canopy-Gleichmäßigkeit
  • Pflanzendichte
  • Wasserführung
  • Nährstoffversorgung
  • Klima
  • Gesundheitszustand
  • Reifezeit

Ein schlecht kontrollierter, übermäßig dichter Monster-Crop-Klon kann sogar weniger gleichmäßige Blüten liefern als ein gut aufgebauter normaler Klon.

Die Methode sollte deshalb nicht als Ertrags-Booster beschrieben werden. Ihr wichtigster Wert bleibt die genetische Rettung und die besondere Architektur.

Klone sind genetisch identisch – aber nicht immer äußerlich gleich

Ein Klon besitzt grundsätzlich denselben Genotyp wie die Ausgangspflanze. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede spätere Pflanze unter allen Bedingungen exakt gleich aussieht oder dieselben Mengen an Blüten und Metaboliten produziert.

Der sichtbare Phänotyp entsteht aus Genetik und Umwelt. Unterschiede können entstehen durch:

  • Licht
  • Temperatur
  • Wurzelraum
  • Pflanzenalter
  • Stecklingsposition
  • Krankheiten
  • Nährstoffversorgung
  • epigenetische Zustände
  • Stress
  • Entwicklungsphase

Ein Monster-Crop-Klon bewahrt die genetische Identität des Keepers. Die ungewöhnliche Übergangsform während der Re-Veg ist keine neue Genetik.

Bleibt das Terpenprofil erhalten?

Da der Klon denselben Genotyp besitzt, bleibt das genetische Potenzial für Cannabinoide und Terpenprofile erhalten.

Wie stark dieses Potenzial im nächsten Durchgang sichtbar wird, hängt erneut von Umwelt und Kulturführung ab. Ein identischer Klon kann unter unterschiedlichen Bedingungen Abweichungen zeigen bei:

  • Aromaintensität
  • Cannabinoidkonzentration
  • Blütenstruktur
  • Farbe
  • Harzmenge
  • Reifezeit
  • Ertrag

Monster Cropping konserviert den Genotyp, nicht die exakte Umwelt des ursprünglichen Grows.

Monster Cropping und Mutterpflanzen

Eine erfolgreich revegetierte Pflanze kann später als Mutterpflanze genutzt werden. Dafür sollte sie zunächst vollständig zu stabilem vegetativem Wachstum zurückfinden.

Bevor weitere Stecklinge genommen werden, ist sinnvoll zu prüfen:

  • Bildet sie wieder normale Blätter?
  • Wächst sie kräftig?
  • Sind die Internodien stabil?
  • Ist sie frei von Schädlingen?
  • Zeigt sie keine männlichen Blütenstrukturen?
  • Ist das Wurzelsystem gesund?
  • Bleibt die Pflanze über längere Zeit vital?

Wird zu früh erneut geklont, können schwache, noch im Übergang befindliche Triebe entstehen.

Monster Cropping statt dauerhaftem Mutterraum

Ein möglicher Vorteil ist, dass nicht von jeder Pflanze vorsorglich eine Mutter erhalten werden muss. Das kann Platz sparen.

Die Methode verschiebt den Aufwand jedoch nur:

  • Bewurzelung braucht Raum.
  • Re-Veg braucht Zeit.
  • Ungewisse Stecklinge brauchen Reserveplätze.
  • Ausfälle müssen einkalkuliert werden.
  • Die spätere Pflanze benötigt erneut Vegetationsfläche.

Monster Cropping kann einen Mutterraum ersetzen, ist aber keine garantierte Platz- oder Zeitersparnis.

Monster Cropping und In-vitro-Erhaltung

Für langfristige, professionelle Genetikerhaltung ist In-vitro-Kultivierung von Cannabis eine weitere Möglichkeit. Dabei werden kleine Gewebestücke unter sterilen Laborbedingungen vermehrt oder erhalten.

Im Vergleich:

Monster Cropping

  • geringe technische Einstiegshürde
  • kurzfristige Rettung eines blühenden Phänotyps
  • höheres Risiko für Schädlinge und Pathogene
  • langsame und ungleichmäßige Re-Veg

Klassische Mutterpflanze

  • schneller Zugriff auf vegetative Stecklinge
  • laufender Platz- und Pflegebedarf
  • mögliche Alterung und Pathogenansammlung

In-vitro-Kultivierung

  • sehr platzsparende Langzeiterhaltung
  • hohe Anforderungen an Sterilität und Technik
  • Möglichkeit zur pathogenarmen Vermehrung
  • aufwendige Akklimatisierung

Für einen unerwarteten Keeper bleibt Monster Cropping die unmittelbarste Rettungsmethode. Für größere Genetikbibliotheken sind strukturiertere Erhaltungssysteme oft zuverlässiger.

Krankheiten und Schädlinge werden mitgeklont

Ein Steckling ist keine gereinigte Kopie. Er kann alles mitbringen, was auf oder in der Ausgangspflanze vorhanden ist.

Dazu gehören:

  • Spinnmilben
  • Thripse
  • Mehltau
  • Botrytis-Sporen
  • Fusarium
  • Pythium
  • endophytische Mikroorganismen
  • Viren und Viroiden

Besonders relevant ist das Hop Latent Viroid, das sich über vegetative Vermehrung innerhalb einer Klonsammlung ausbreiten kann.

Eine außergewöhnliche Genetik ist nur dann langfristig wertvoll, wenn sie auch gesund erhalten wird. Neue oder gerettete Klone sollten deshalb genau kontrolliert und von bestehenden Mutterpflanzen getrennt beobachtet werden.

Monster Cropping und sexuelle Stabilität

Eine Pflanze mit männlichen Blüten, Antheren oder wiederkehrender Intersexualität bei Cannabis sollte nicht allein wegen ihres Aromas bedenkenlos als Keeper erhalten werden.

Der Klon übernimmt denselben genetischen Hintergrund. Wurde die Geschlechtsabweichung genetisch begünstigt, kann sie in späteren Durchgängen erneut auftreten.

Vor der Erhaltung sollte unterschieden werden:

  • einzelne späte Anthere
  • schwere Umweltbelastung
  • frühe männliche Blüten
  • wiederholte Antherenbildung
  • mehrere betroffene Geschwister
  • stabile Wiederholung bei Klonen

Monster Cropping kann einen Phänotyp retten. Es kann unerwünschte genetische Eigenschaften aber ebenso konservieren.

Funktioniert Monster Cropping mit feminisierten Samen?

Ja. Eine photoperiodische Pflanze aus Cannabis Samen feminisiert kann als Blütesteckling bewurzelt und revegetiert werden.

Die Bezeichnung feminisiert betrifft die erwartete Geschlechtsausprägung, nicht die Fähigkeit zur klonalen Vermehrung. Entscheidend sind:

  • photoperiodisches Verhalten
  • Gesundheit
  • Entwicklungsphase
  • genetische Stabilität
  • Bewurzelungsfähigkeit

Eine genetisch weibliche Pflanze bleibt auch als Klon genetisch weiblich. Umwelt oder Instabilität können trotzdem männliche Strukturen begünstigen, wie bei jeder anderen Klonlinie.

Funktioniert Monster Cropping mit regulären Samen?

Ja. Weibliche photoperiodische Pflanzen aus regulären Cannabis Samen können auf dieselbe Weise erhalten werden.

Reguläre Seeds sind besonders für Selektion und Breeding interessant. Monster Cropping kann nützlich werden, wenn ein außergewöhnlicher weiblicher Phänotyp erst spät auffällt und kein Backup vorhanden ist.

Auch männliche Pflanzen lassen sich grundsätzlich vegetativ klonen. Der Begriff Monster Cropping wird in der Grow-Praxis jedoch überwiegend für blühende weibliche Stecklinge verwendet.

Funktioniert Monster Cropping mit Autoflowers?

Für Autoflowering Samen ist Monster Cropping in der üblichen Form nicht sinnvoll.

Autoflowering-Pflanzen wechseln aufgrund ihres genetisch gesteuerten Altersprogramms in die Blüte und lassen sich nicht zuverlässig durch lange Tage dauerhaft in die Vegetationsphase zurückführen. Ein Steckling behält außerdem ungefähr das Entwicklungsalter der Ausgangspflanze.

Das bedeutet:

  • Die innere Entwicklungsuhr läuft weiter.
  • Der Steckling muss wurzeln, während die Blüte fortschreitet.
  • Es bleibt kaum Zeit für vegetativen Neuaufbau.
  • Der Klon wird meist klein und ineffizient.
  • Eine klassische Re-Veg lässt sich nicht zuverlässig auslösen.

Autoflowering-Genetiken von spezialisierten Breedern wie Mephisto Genetics oder Night Owl Seeds werden deshalb normalerweise über Saatgut und züchterische Populationen erhalten, nicht über Monster-Cropping-Klone.

Wie lange dauert Monster Cropping?

Eine universelle Zeitangabe gibt es nicht. Schon gewöhnliche Cannabis-Stecklinge werden in Studien häufig nach etwa zwei bis drei Wochen bewertet. Ein Monster-Crop-Steckling benötigt zusätzlich Zeit für die Rückkehr zur Vegetation.

Der gesamte Prozess kann umfassen:

  • Überlebens- und Wundphase
  • Bildung erster Wurzelansätze
  • Entwicklung eines tragfähigen Wurzelsystems
  • Übergangssymptome
  • Bildung ungewöhnlicher Blätter
  • Rückkehr zu normalem vegetativem Wachstum
  • Aufbau einer trainierbaren Pflanze

Je nach Genetik und Blütestadium können mehrere Wochen vergehen, bevor deutlich kräftiges vegetatives Wachstum entsteht.

Monster Cropping eignet sich daher nicht für einen Ablauf, bei dem jeder Tag exakt kalkuliert werden muss.

Woran erkennt man erfolgreiche Bewurzelung?

Sichtbare Wurzeln sind das eindeutigste Signal. Je nach Medium sind sie aber nicht sofort erkennbar.

Weitere Hinweise können sein:

  • Der Steckling bleibt stabil aufrecht.
  • Neue Wachstumspunkte schwellen an.
  • Leichter Widerstand ist im Substrat spürbar.
  • Die Pflanze nimmt wieder Wasser aktiver auf.
  • Neues Gewebe entwickelt sich.
  • Die Blätter bleiben nach schrittweiser Feuchtereduktion stabil.

Ein grüner Steckling ist nicht automatisch bewurzelt. Blütentriebe können längere Zeit von gespeicherten Reserven leben, ohne ein funktionierendes Wurzelsystem zu bilden.

Woran erkennt man die erfolgreiche Re-Veg?

Eine erfolgreiche Re-Veg zeigt sich nicht nur daran, dass der Steckling überlebt.

Typische Signale sind:

  • neue vegetative Triebspitzen
  • ein- oder dreifingrige Übergangsblätter
  • anschließend wieder mehrfingrige Blätter
  • zunehmende Internodienentwicklung
  • sichtbare Seitentriebe
  • beschleunigtes Wachstum
  • keine weitere dominante Blütenreife

Erst bei stabilem, kräftigem Blatt- und Triebwachstum sollte die Pflanze wie ein normaler Veg-Klon weiterbehandelt werden.

Häufige Probleme beim Monster Cropping

Der Steckling welkt sofort

Mögliche Ursachen sind hohe Transpiration, trockene Luft, beschädigter Schnitt oder zu intensive Beleuchtung.

Der Stängel wird weich oder dunkel

Mögliche Ursachen sind Sauerstoffmangel, Fäulnis, verschmutztes Werkzeug oder dauerhaft zu nasses Medium.

Der Steckling bleibt grün, bildet aber keine Wurzeln

Das Gewebe kann längere Zeit überleben, ohne erfolgreiche Adventivwurzeln zu entwickeln. Genetik, Entwicklungsphase und Propagationsbedingungen spielen dabei zusammen.

Die Pflanze bildet nur seltsame Blätter

Während der Re-Veg ist das zunächst normal. Entscheidend ist, ob später wieder kräftiges, mehrfingriges Wachstum entsteht.

Es entstehen zu viele dünne Triebe

Nach erfolgreicher Erholung kann die Pflanze ausgelichtet und über Topping, LST oder ein Netz strukturiert werden.

Es treten männliche Blüten auf

Stress und genetische Anfälligkeit müssen geprüft werden. Eine Pflanze mit wiederkehrender Intersexualität ist möglicherweise kein sinnvoller Keeper.

Typische Fehler

Häufige Fehler sind:

  • Monster Cropping als sicheren Ertrags-Booster betrachten
  • zu spät einen stark seneszenten Trieb schneiden
  • kranke oder befallene Pflanzen klonen
  • große Blütenmassen am Steckling belassen
  • das Medium dauerhaft durchnässen
  • zu intensive Beleuchtung einsetzen
  • Luftfeuchtigkeit plötzlich stark absenken
  • zu früh trainieren oder umtopfen
  • ungewöhnliche Re-Veg-Blätter als Mangel behandeln
  • jeden Steckling als garantiert genetisch wertvoll ansehen
  • keine Backup-Stecklinge schneiden
  • unbeschriftete Phänotypen vermischen
  • Autoflowers wie photoperiodische Pflanzen behandeln

Monster Cropping belohnt Geduld und genaue Beobachtung. Schnelle Korrekturen und ständig wechselnde Bedingungen machen die Methode meist nicht erfolgreicher.

Für wen eignet sich Monster Cropping?

Die Technik eignet sich besonders für Grower*innen, die:

  • bereits Erfahrung mit Stecklingen besitzen
  • photoperiodische Genetik selektieren
  • einen unerwarteten Keeper sichern wollen
  • keinen vorherigen Backup-Klon genommen haben
  • genügend Zeit für Re-Veg besitzen
  • mehrere Stecklinge als Ausfallsicherheit schneiden können
  • Propagationsklima kontrollieren können
  • ungewöhnliche Übergangsmorphologie richtig bewerten

Weniger geeignet ist sie für:

  • den ersten Stecklingsversuch
  • enge Zeitpläne
  • Autoflowering-Pflanzen
  • stark kranke Ausgangspflanzen
  • ungeklärte Schädlingsprobleme
  • Pflanzen mit deutlicher sexueller Instabilität
  • Setups ohne separate vegetative Lichtfläche

Monster Cropping als Rettung, nicht als Routinezwang

Die Methode muss nicht zum Standard jedes Grows werden. Wer vor der Blüte Backup-Stecklinge nimmt, erhält Genetik schneller und berechenbarer.

Monster Cropping ist besonders wertvoll, wenn die normale Planung nicht stattgefunden hat:

  • Ein unbekannter Sämling entwickelt ein außergewöhnliches Aroma.
  • Ein seltener Phänotyp zeigt erst spät seine Qualität.
  • Ein Clone-only-Cut droht verloren zu gehen.
  • Die Mutterpflanze wurde versehentlich in die Blüte geschickt.
  • Nach der Blütenbewertung soll doch noch weiterselektiert werden.

In solchen Fällen kann die Technik eine Genetik retten, die andernfalls mit der Ernte verschwinden würde.

FAQ – Häufige Fragen zu Monster Cropping

Was ist Monster Cropping?

Monster Cropping ist eine Vermehrungstechnik, bei der Stecklinge von einer bereits blühenden, photoperiodischen Cannabispflanze genommen, bewurzelt und unter Langtag wieder in die Vegetationsphase gebracht werden.

Ist Monster Cropping dasselbe wie normales Klonen?

Nein. Normale Klone stammen gewöhnlich aus der Vegetationsphase. Monster-Crop-Stecklinge stammen aus der Blüte und müssen zusätzlich revegetieren.

Ist Monster Cropping dasselbe wie Re-Veg?

Monster Cropping enthält eine Re-Veg-Phase. Beim klassischen Re-Veg wird häufig die ursprüngliche ganze Pflanze zurück in die Vegetation gebracht. Beim Monster Cropping geschieht das mit einem abgetrennten Blütesteckling.

Warum heißt es Monster Cropping?

Der Name bezieht sich auf den ungewöhnlich buschigen und stark verzweigten Wuchs, den manche revegetierten Blütestecklinge entwickeln.

Ist der Begriff wissenschaftlich standardisiert?

Nein. Monster Cropping ist ein Begriff aus der Grow-Community. Die einzelnen biologischen Prozesse – Stecklingsbewurzelung, Photoperiodenwechsel und Re-Veg – sind wissenschaftlich beschreibbar, die Gesamtechnik selbst wurde aber kaum direkt untersucht.

Was ist der größte Vorteil?

Der wichtigste Vorteil ist die nachträgliche Erhaltung eines interessanten Phänotyps, wenn vor Beginn der Blüte kein vegetativer Backup-Klon gesichert wurde.

Steigert Monster Cropping automatisch den Ertrag?

Nein. Die Methode kann eine stark verzweigte Architektur erzeugen. Ob daraus mehr Ertrag entsteht, hängt von Genetik, Licht, Canopy, Vegetationszeit, Wurzelraum und Kulturführung ab.

Wurzeln Blütestecklinge schlechter?

Sie können langsamer oder ungleichmäßiger reagieren als vegetative Stecklinge. Der Entwicklungszustand des Gewebes beeinflusst die Adventivbewurzelung. Cannabis-spezifische Vergleichsdaten zu Monster Cropping sind jedoch begrenzt.

Wie lange dauert die Bewurzelung?

Schon gewöhnliche Cannabis-Stecklinge werden häufig über zwei bis drei Wochen beobachtet. Bei Monster Cropping kommt anschließend eine unterschiedlich lange Re-Veg-Phase hinzu.

Wie lange dauert die Re-Veg?

Das hängt stark von Genetik, Blütestadium und Bedingungen ab. Es können mehrere Wochen vergehen, bevor wieder normales, kräftiges vegetatives Wachstum entsteht.

Warum bildet die Pflanze einblättrige oder verdrehte Blätter?

Solche Blätter sind typische Übergangsformen während der Rückkehr von reproduktiver zu vegetativer Entwicklung. Sie sind nicht automatisch ein Mangel oder eine Mutation.

Welche Blütewoche ist am besten?

Es gibt keine wissenschaftlich gesicherte Universalwoche. In der Praxis sind frühere Blütentriebe meist leichter zurückzuführen als stark ausgereifte und seneszente Triebe.

Kann Monster Cropping mit feminisierten Samen funktionieren?

Ja. Entscheidend ist, dass die Pflanze photoperiodisch ist. Das feminisierte Saatgutformat verhindert die klonale Vermehrung nicht.

Funktioniert es mit regulären Samen?

Ja. Weibliche photoperiodische Pflanzen aus regulärem Saatgut können ebenfalls als Blütestecklinge erhalten werden.

Funktioniert Monster Cropping mit Autoflowers?

In der üblichen Form nicht sinnvoll. Autoflowers folgen einem altersabhängigen Blüteprogramm und lassen sich durch Langtag nicht zuverlässig zurück in eine dauerhafte Vegetationsphase bringen.

Braucht man Bewurzelungshormone?

Nicht zwingend, aber Auxinprodukte können die Wurzelbildung unterstützen. Die Wirkung ist cultivarabhängig, und eine hohe Dosierung ist nicht automatisch besser.

Hilft Far-Red-Licht?

Eine Studie fand bei gewöhnlichen Cannabis-Stecklingen in einem von zwei Versuchen einen positiven Effekt. Das ist kein Beleg dafür, dass Far-Red für Monster Cropping notwendig oder universell wirksam ist.

Kann eine Monster-Crop-Pflanze Mutterpflanze werden?

Ja. Sie sollte zuerst vollständig revegetieren, wieder normal wachsen und auf Gesundheit sowie sexuelle Stabilität geprüft werden.

Bleibt die Genetik identisch?

Der Klon besitzt denselben Genotyp wie die Ausgangspflanze. Umwelt, Entwicklungsphase und Gesundheitszustand können den sichtbaren Phänotyp trotzdem beeinflussen.

Bleiben Aroma und Cannabinoidprofil erhalten?

Das genetische Potenzial bleibt erhalten. Die tatsächliche Ausprägung hängt im nächsten Durchgang erneut von Licht, Klima, Nährstoffversorgung, Erntezeitpunkt und Nachernte ab.

Sollte man mehrere Stecklinge nehmen?

Ja. Da die Methode weniger berechenbar ist als normales Klonen, erhöhen mehrere eindeutig beschriftete Stecklinge die Chance, die Genetik erfolgreich zu sichern.

Fazit

Monster Cropping ist am besten als fortgeschrittene Rettungs- und Vermehrungstechnik zu verstehen. Ein Blütesteckling wird bewurzelt und anschließend unter Langtag wieder in die vegetative Entwicklung geführt. Dadurch lässt sich ein besonderer Phänotyp noch erhalten, obwohl vor der Blüte kein Backup-Klon genommen wurde.

Die Methode kann ungewöhnlich verzweigte Pflanzen hervorbringen und für SCROG oder individuelle Architekturarbeit interessant sein. Ein garantierter Ertragsvorteil ist daraus jedoch nicht abzuleiten. Blütestecklinge benötigen häufig mehr Zeit, reagieren genetisch unterschiedlich und durchlaufen während der Re-Veg eine auffällige Übergangsphase.

Der eigentliche Wert von Monster Cropping liegt nicht im Versprechen monströser Pflanzen, sondern in der zweiten Chance für eine Genetik. Wenn ein außergewöhnlicher Keeper erst in der Blüte sichtbar wird, kann ein unscheinbarer Blütesteckling dafür sorgen, dass sein Genotyp nicht mit der Ernte verloren geht.

Zurück nach oben

curators

  • About About
  • Login Login

selektion

  • Play Play
  • Fast Forward Fast Forward
  • Rewind Rewind

fly with us

  • Über uns Über uns
  • Kontakt Kontakt
  • Lexikon Lexikon
  • Blog Blog

info

  • Impressum Impressum
  • Versand & Zahlung Versand & Zahlung
  • Widerruf Widerruf
  • AGB´s AGB´s
  • Datenschutz Datenschutz
  • Sitemap Sitemap

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein

Vertrag widerrufen Vertrag widerrufen

+49 30 45099753

+49 30 45099753

info@cannaseuse.de

info@cannaseuse.de

cannaseuse curated genetics

  • Alle Samen - Cannaseuse - Curated Genetics
    Alle Samen - Cannaseuse - Curated Genetics
    Alle Cannabis Samen Alle Cannabis Samen
  • Auto Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Auto Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Autoflowering Samen Autoflowering Samen
  • Fem. Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Fem. Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Feminisierte Samen Feminisierte Samen
  • High THC - Cannaseuse - Curated Genetics
    High THC - Cannaseuse - Curated Genetics
    High THC Samen High THC Samen
  • Low THC - Cannaseuse - Curated Genetics
    Low THC - Cannaseuse - Curated Genetics
    Low THC Samen Low THC Samen
  • Indica Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Indica Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Indica Samen Indica Samen
  • Sativa Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Sativa Seeds - Cannaseuse - Curated Genetics
    Sativa Samen Sativa Samen
  • Fruity Terps - Cannaseuse - Curated Genetics
    Fruity Terps - Cannaseuse - Curated Genetics
    Fruchtige Sorten Fruchtige Sorten
  • Gas Terps - Cannaseuse - Curated Genetics
    Gas Terps - Cannaseuse - Curated Genetics
    Gas-Aroma Samen Gas-Aroma Samen
  • Sweet Terps - Cannaseuse - Curated Genetics
    Sweet Terps - Cannaseuse - Curated Genetics
    Süße Sorten Süße Sorten
  • SELEKTION - PLAY
    SELEKTION - PLAY
    Selektion Play Selektion Play
  • SELEKTION - FAST FORWARD
    SELEKTION - FAST FORWARD
    Selektion Fast Forward Selektion Fast Forward
  • SELEKTION - REWIND
    SELEKTION - REWIND
    Selektion Rewind Selektion Rewind
Anmelden / Konto erstellen
Cannaseuse richtet sich ausschließlich an Personen ab 18 Jahren. Bitte bestätige, dass du volljährig bist.
Nein

Dein Warenkorb ist leer

Einloggen Einloggen Weiter einkaufen Weiter einkaufen