
Cannabis Lexikon
Die Natriumdampflampe war über Jahrzehnte der Referenzpunkt für leistungsstarke Indoor-Beleuchtung. Heute ist sie vor allem deshalb interessant, weil sich an ihr sehr klar zeigen lässt, wie stark sich Pflanzenlicht von Wattzahlen hin zu PPFD, DLI, µmol/J und gleichmäßiger Canopy-Ausleuchtung entwickelt hat.
NDL beziehungsweise HPS erklärt: Spektrum, PPFD, Tiefenwirkung, Wärme, Stromverbrauch und der Vergleich mit modernen LEDs – inklusive der Frage, wann der frühere Goldstandard heute noch sinnvoll ist.
Definition
Eine NDL ist eine Hochdruck-Natriumdampflampe aus der Gruppe der HID-Lampen. Licht entsteht durch eine elektrische Gasentladung im Brenner; für den Betrieb benötigt das System ein passendes Vorschaltgerät, eine Fassung und in Grow-Anwendungen meist einen Reflektor.
Spektrum
Warm, gelb-orange geprägt, wenig Blau und je nach Leuchtmittel relevante Rot- und Fernrotanteile.
Stärke
Hoher Photonenoutput, bewährte Technik und weiterhin hohe mögliche Blütenerträge.
Schwäche
Geringere Photoneneffizienz als moderne LEDs, höhere Wärmelast und regelmäßiger Leuchtmittelwechsel.
In diesem Beitrag
Merksatz
Beim Vergleich von HPS und LED sind Wattzahlen allein kaum hilfreich. Entscheidend ist, wie viele Photonen gleichmäßig auf dem Canopy ankommen – und wie viel elektrische Energie dafür benötigt wird.
Die Natriumdampflampe, im Grow-Bereich meist als NDL und international als HPS – High Pressure Sodium bezeichnet, gehört zu den prägendsten Lichtsystemen der Indoor-Cannabis-Kultur.
Über Jahrzehnte war sie praktisch der Referenzpunkt für leistungsstarke Indoor-Beleuchtung. Ganze Generationen von Grow-Räumen wurden mit 250-, 400-, 600- oder 1000-Watt-HPS-Systemen aufgebaut, lange bevor moderne LED Growlampen ihre heutige Effizienz erreichten.
Technisch ist die NDL jedoch kein spezielles „Cannabis-Licht“, sondern eine Hochdruck-Gasentladungslampe. Ihre Stärken liegen in hoher Lichtleistung, bewährter Technik und einer für Pflanzen nutzbaren spektralen Verteilung. Ihre Schwächen liegen heute vor allem bei Energieeffizienz, Wärmemanagement, Lichtverteilung, Wartung und Lebensdauer.
Moderne Cannabisforschung zeigt gleichzeitig: HPS kann weiterhin sehr gute Erträge liefern. Die frühere Vorstellung, Natriumdampf sei grundsätzlich das beste Licht für die Blüte, lässt sich wissenschaftlich aber nicht mehr halten.
Eine NDL gehört zur Gruppe der HID-Lampen – High Intensity Discharge.
Dabei wird Licht nicht wie bei einer LED in einem Halbleiter erzeugt. Stattdessen entsteht innerhalb eines kleinen Brenners eine elektrische Gasentladung.
Bei Hochdruck-Natriumdampflampen enthält dieser Brenner unter anderem:
Die elektrische Entladung regt diese Stoffe an und erzeugt die charakteristische intensive Strahlung der Lampe. HPS-Lampen benötigen außerdem ein geeignetes Vorschaltgerät und je nach Konstruktion eine Zündeinrichtung.
Eine klassische Grow-NDL besteht deshalb nicht nur aus der eigentlichen Lampe.
Zum System gehören typischerweise:
Leuchtmittel + Fassung + Reflektor + Vorschaltgerät + Verkabelung
Damit unterscheidet sich die Technik deutlich von modernen LED-Leuchten, bei denen Lichtquelle und Elektronik meist bereits als vollständiges Fixture ausgeführt sind.
Als Indoor-Cannabis-Anbau größer wurde, bot HPS eine damals ausgesprochen attraktive Kombination:
HPS war bereits im professionellen Gewächshaus etabliert und konnte vergleichsweise große Flächen mit zusätzlichem Licht versorgen.
Dadurch lag es nahe, dieselbe Technik auch für lichtintensive Indoor-Kulturen zu verwenden.
Moderne LEDs mussten sich deshalb jahrelang an HPS messen.
Das typische HPS-Licht wird häufig einfach als rotes Licht beschrieben.
Das ist ungenau.
Hochdruck-Natriumdampflampen besitzen normalerweise ein sehr warm wirkendes Spektrum mit starken Anteilen im:
und je nach Lampe auch Anteilen von:
Blau ist dagegen vergleichsweise schwach vertreten.
In einer kontrollierten Cannabisstudie enthielt das untersuchte HPS-System nur ungefähr 4 % blaue Photonen, während die getesteten LED-Systeme zwischen etwa 10 und 20 % Blau lieferten.
Eine andere horticulture Messung charakterisierte ein HPS-Spektrum ungefähr mit 6 % Blau, 50 % Grün, 34 % Rot und 7 % Fernrot. Solche Werte hängen allerdings stark vom konkreten Leuchtmittel ab.
Präziser ist deshalb:
HPS besitzt typischerweise ein warmes, gelb-orange dominiertes Spektrum mit wenig Blau und relevanten Rot-/Fernrotanteilen.
Im klassischen Indoor-Grow entstand daraus eine einfache Aufteilung:
MH für Wachstum
HPS für Blüte
Metal-Halide-Lampen liefern typischerweise mehr kurzwellige beziehungsweise blaue Strahlung. HPS liefert deutlich weniger Blau und größere Anteile im gelb-orange-roten Bereich.
Da blaues Licht unter anderem kompaktere Morphologien fördern kann, während niedrige Blauanteile häufig stärkeres Streckungswachstum erlauben, wirkte HPS gut passend für die reproduktive Phase.
Cannabisversuche bestätigen zumindest einen Teil dieser Beobachtung.
Bei gleicher PPFD wurden Pflanzen unter HPS in mehreren Untersuchungen höher beziehungsweise stärker gestreckt als Pflanzen unter bestimmten LED-Spektren.
Daraus sollte allerdings nicht die Aussage entstehen:
Rotes Licht macht Cannabis zur Blüte.
Bei photoperiodischem Cannabis ist vor allem die Photoperiode beziehungsweise Länge der Dunkelphase für die reproduktive Entwicklung entscheidend. Das Spektrum kann Morphologie und Pflanzenphysiologie beeinflussen, ersetzt aber nicht die photoperiodische Steuerung.
Nein.
Der bekannte 12/12-Zyklus hängt nicht mit der Natriumdampflampe zusammen.
Er ist eine klassische Photoperiodenstrategie für photoperiodisches Cannabis.
Neuere Cannabisforschung zeigt sogar, dass 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit nicht für jede Genetik zwingend das Ertragsoptimum darstellen. In einer Untersuchung konnten einige Chemovars auch mit 14 Stunden Licht reproduktiv weiterentwickelt werden, wobei sich Blütenmasse und Cannabinoidkonzentrationen unterschiedlich veränderten.
NDL und Photoperiode sind daher zwei verschiedene Ebenen:
NDL = Lichtquelle
12/12 = Lichtdauer
Die sogenannte Penetration der NDL gehört zu den hartnäckigsten Grow-Begriffen.
Dabei werden mehrere Dinge miteinander vermischt.
Eine HPS-Lampe ist eine relativ konzentrierte Lichtquelle. Direkt unter einer leistungsstarken Lampe können daher sehr hohe PPFD-Werte entstehen.
Das kann subjektiv den Eindruck erzeugen, das Licht „dringe tiefer“ durch die Pflanze.
Die tatsächliche Lichtmenge innerhalb eines Bestands hängt aber unter anderem ab von:
Eine moderne LED-Bar-Leuchte verteilt dieselbe Photonenzahl beispielsweise auf eine wesentlich größere Fläche. Dadurch kann die Spitzenintensität direkt unter der Lichtquelle geringer, die Uniformität über das gesamte Canopy aber besser sein.
Neuere Forschung zur Cannabisbeleuchtung beschreibt den Wechsel zu LED ausdrücklich auch mit homogenerer Beleuchtung des Pflanzenbestands.
Deshalb ist die Aussage:
NDL hat grundsätzlich bessere Tiefenwirkung als LED
zu pauschal.
Eine zusätzliche Besonderheit ist der relativ hohe grün-gelbe Anteil vieler HPS-Spektren.
Grüne Photonen werden von oberen Blattbereichen weniger stark absorbiert als ein Teil des roten und blauen Lichts und können dadurch tiefer in Blätter beziehungsweise Pflanzenbestände gelangen.
Das bedeutet aber nicht, dass ausschließlich HPS diesen Vorteil besitzt.
Moderne Vollspektrum-LEDs können ebenfalls relevante Grünanteile erzeugen.
Die Frage der Canopy-Penetration sollte deshalb eher über:
Spektrum + Lichtverteilung + Pflanzenarchitektur
betrachtet werden als über die Technologie allein.
Für Pflanzen ist die Wattzahl allein wenig aussagekräftig.
Eine 600-Watt-NDL sagt zunächst nur etwas über die elektrische Leistung des Systems.
Interessanter ist die tatsächlich am Pflanzenbestand ankommende PPFD – Photosynthetic Photon Flux Density.
Sie beschreibt die Zahl photosynthetisch aktiver Photonen, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter treffen:
µmol/m²/s
Damit lassen sich unterschiedliche Beleuchtungstechnologien wesentlich besser vergleichen.
Ein Vergleich sollte deshalb nicht lauten:
600 Watt HPS gegen 600 Watt LED
sondern:
Welche PPFD und welche Lichtverteilung erzeugen beide Systeme bei welchem Stromverbrauch?
Zusätzlich zur PPFD ist der Daily Light Integral – DLI interessant.
Der DLI berücksichtigt:
PPFD × Beleuchtungsdauer
Eine Pflanze unter 600 µmol/m²/s für 18 Stunden erhält deshalb wesentlich mehr tägliche Photonen als dieselbe Pflanze bei 600 µmol/m²/s für 12 Stunden.
Das ist gerade beim Vergleich von Vegetations- und Blütephase wichtig.
Eine hohe PPFD allein beschreibt noch nicht die gesamte tägliche Lichtmenge.
Cannabis kann relativ hohe Lichtintensitäten nutzen.
Eine kontrollierte Studie mit einem THC-dominanten Cultivar untersuchte durchschnittliche Canopy-PPFD von:
Die höchste Lichtstufe produzierte etwa 1,6-mal mehr trockene Infloreszenzmasse als die niedrigste. Die Cannabinoidkonzentration selbst veränderte sich dabei nicht wesentlich.
Eine neuere Studie mit CBD-reichem Hanf fand ebenfalls steigende Blütenbiomasse und steigenden Cannabinoidertrag mit zunehmender LED-Lichtintensität zwischen 200 und 600 µmol/m²/s.
Das zeigt:
Für Ertrag ist häufig die tatsächliche Photonenmenge wichtiger als die historische Frage „NDL oder LED?“.
Der Vergleich ist komplexer, als es Marketing beider Seiten vermuten lässt.
Eine Cannabisstudie verglich HPS mit zwei LED-Spektren bei ungefähr gleicher Lichtintensität.
Dabei waren die HPS-Pflanzen:
Die THC-Konzentration der Blüten war unter HPS jedoch niedriger als unter den beiden LED-Behandlungen.
Beim gesamten Cannabinoidertrag pro Pflanze entstanden dagegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Lichtsystemen.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum:
Blütengewicht,
Cannabinoidkonzentration
und
Cannabinoidertrag
nicht dasselbe sind.
In einer weiteren Untersuchung wurde die PPFD zwischen den Lichtbehandlungen streng kontrolliert.
Die getestete HPS-Lampe besaß den niedrigsten Blauanteil und produzierte pro Fläche etwas höhere Blütenerträge als einige der getesteten LED-Spektren.
Aber:
Die HPS-Leuchte erreichte nur etwa 1,7 µmol/J, während die effizienteste getestete LED etwa 2,5 µmol/J erzeugte.
Das Ergebnis war bemerkenswert:
Die LED produzierte pro Fläche geringfügig weniger, erreichte aber aufgrund ihrer höheren elektrischen Effizienz etwa 27 % mehr Ertrag pro eingesetztem Stromdollar innerhalb dieses Versuchsmodells.
Die entscheidende Kennzahl war also nicht allein das Spektrum.
Es war die Photoneneffizienz des gesamten Fixtures.
Die Kennzahl µmol/J beschreibt, wie viele photosynthetisch aktive Photonen eine Leuchte pro eingesetztem Joule elektrischer Energie erzeugt.
Je höher dieser Wert, desto effizienter wird Strom in nutzbares Pflanzenlicht umgewandelt.
Das macht ihn beim Vergleich moderner Grow-Lampen wesentlich hilfreicher als:
Eine hochwertige Double-Ended-HPS liegt typischerweise ungefähr im Bereich von 1,7–1,8 µmol/J.
Moderne LED-Technik kann deutlich darüber liegen.
Genau hier entstand der entscheidende technologische Vorteil der LED.
Ja – aber auch dieser Punkt braucht Präzision.
Jede elektrische Grow-Lampe trägt letztlich zur Wärmebelastung des Raumes bei.
Eine LED ist also keine kalte Lampe.
Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie viel elektrische Leistung für dieselbe Photonenmenge benötigt wird und wie die Wärme abgegeben wird.
HPS-Lampen besitzen sehr heiße Brenner und emittieren vergleichsweise viel langwellige Wärmestrahlung in Richtung Pflanzen.
LED-Systeme geben einen größeren Teil ihrer Verlustwärme über:
ab.
Bei vergleichbarer PPFD können Blätter unter HPS deshalb wärmer werden.
Eine Energie-Balance-Studie kam unter typischen Indoor-Bedingungen auf ungefähr 1,3 °C höhere Blatttemperaturen unter HPS als unter LED, wobei Wasserstatus, Luftbewegung und Transpiration einen noch größeren Einfluss auf die Blatttemperatur besitzen können.
Unter HPS muss deshalb besonders auf folgende Faktoren geachtet werden:
Ein Raum mit einer 600-Watt-NDL benötigt meist ein anderes Klimamanagement als ein effizienteres LED-System, das dieselbe PPFD mit deutlich weniger elektrischer Leistung erzeugt.
Das erklärt auch, warum ein direkter Watt-gegen-Watt-Vergleich wenig sinnvoll ist.
Die Wärmeabgabe der HPS ist nicht unter allen Bedingungen ausschließlich ein Nachteil.
In einem:
kann zusätzliche Strahlungswärme teilweise erwünscht sein.
Horticulture-Forschung zeigt, dass Pflanzen unter HPS aufgrund der höheren langwelligen Wärmestrahlung wärmere Blätter besitzen können.
Der vermeintliche Effizienznachteil kann dadurch in einem kalten Produktionssystem teilweise Heizenergie ersetzen.
In einem ohnehin warmen Indoor-Raum passiert dagegen das Gegenteil:
Die Wärme muss mit Abluft oder Klimatisierung wieder entfernt werden.
Durch die Kombination aus hoher punktueller PPFD und Wärmestrahlung können zu geringe Lampenabstände problematisch werden.
Mögliche Folgen sind:
Eine pauschale Abstandstabelle ist dabei wenig hilfreich.
Entscheidend sind:
Ein PAR-Meter liefert deshalb mehr Information als die reine Zentimeterangabe zwischen Leuchtmittel und Spitze.
Bevor Vollspektrum-LEDs verbreitet waren, wurde im Indoor-Grow häufig zwischen zwei HID-Systemen gewechselt:
stärkerer Blauanteil und kühler wirkendes Licht.
weniger Blau, deutlich wärmere spektrale Verteilung.
Die klassische Praxis lautete deshalb:
MH in der Vegetationsphase → HPS in der Blüte
Auch im professionellen Gartenbau wurden unterschiedliche Entladungslampen beziehungsweise Mischsysteme genutzt, um das Spektrum stärker an Kulturziele anzupassen.
Heute kann eine einzelne LED-Leuchte solche Spektralbereiche wesentlich flexibler kombinieren.
Nicht in dem Sinn, dass ausschließlich rotes Licht Blüten erzeugen könnte.
Cannabis nutzt Photonen über einen breiten Bereich der photosynthetisch aktiven Strahlung.
Das Spektrum kann beeinflussen:
Die Ergebnisse sind jedoch stark genotyp- und versuchsabhängig.
Cannabisstudien zeigen beispielsweise unterschiedliche Reaktionen von Morphologie und Cannabinoidprofil auf verschiedene Blau-Rot-Verhältnisse.
Die einfache Regel:
Rot = Blüte
ist deshalb eher Grow-Tradition als vollständige Pflanzenphysiologie.
Ein wichtiger Nachteil gegenüber vielen modernen LED-Systemen ist die Lampendegradation.
HPS-Leuchtmittel verlieren mit zunehmender Betriebsdauer Lichtoutput.
Michigan State University beschreibt für HPS einen Austausch nach ungefähr 12.000 Betriebsstunden als typische Orientierung, wenn die Leistung auf rund 85–90 % des ursprünglichen Outputs gefallen ist.
Gleichzeitig verbraucht das Leuchtmittel weiterhin annähernd dieselbe elektrische Leistung. Dadurch sinkt die Effizienz mit dem Alter.
Auch verschmutzte:
können den tatsächlichen Photonenausstoß am Pflanzenbestand weiter reduzieren.
Für Pflanzenbeleuchtung ist Lux nur eingeschränkt geeignet, weil der Wert nach der Empfindlichkeit des menschlichen Auges gewichtet wird.
Gerade HPS besitzt große Emissionen in Wellenlängenbereichen, auf die das menschliche Auge stark reagiert.
Dadurch kann eine HPS-Lampe in Lux ausgesprochen hell erscheinen, ohne dass dieser Wert direkt mit pflanzenrelevanter PPFD vergleichbar wäre.
Für Grow-Licht sind deshalb besser:
geeignet.
Mehr dazu gehört zu Lux vs. PPFD.
Eine klassische NDL benötigt ein passendes Vorschaltgerät.
Es begrenzt den Strom und stellt gemeinsam mit der Zündtechnik die für den Start benötigten elektrischen Bedingungen her.
HID-Systeme benötigen außerdem eine gewisse Aufwärmzeit.
Nach einer Stromunterbrechung können heiße HPS-Lampen nicht immer sofort wieder zünden. Erst nachdem der Brenner ausreichend abgekühlt ist, kann ein sogenannter Restrike erfolgen.
Das unterscheidet sie deutlich von LEDs, die praktisch unmittelbar:
werden können.
Eine NDL arbeitet mit:
Deshalb sollten:
für die entsprechende Leistung ausgelegt sein.
Besonders improvisierte Verkabelung, überlastete Mehrfachsteckdosen oder ungeeignete Fassungen sind bei leistungsstarken HID-Systemen keine sinnvolle Lösung.
Der Reflektor ist bei einer NDL ein zentraler Teil des Beleuchtungssystems.
Da das Leuchtmittel Licht in viele Richtungen abstrahlt, muss ein Teil davon auf die Pflanzenfläche zurückgeführt werden.
Die Form des Reflektors beeinflusst deshalb:
Ein schlechtes HPS-Setup kann in der Mitte extrem hohe PPFD erzeugen und an den Rändern gleichzeitig deutlich zu wenig Licht liefern.
Eine moderne, großflächige LED-Bar-Konstruktion kann diese Unterschiede reduzieren.
Damit wird verständlich:
Lichtqualität ist nicht nur Spektrum – sondern auch Lichtverteilung.
Eine Cooltube beziehungsweise luftgekühlte Haube wurde entwickelt, um einen Teil der Wärme eines HPS-Systems unmittelbar an der Leuchte abzuführen.
Dabei wird Luft an der heißen Lampe vorbeigeführt und direkt aus dem Grow-Bereich transportiert.
Das kann:
Gleichzeitig besitzt das Glas einen Nachteil:
Es reduziert einen Teil des nutzbaren Lichtoutputs.
Auch wissenschaftliche HPS/LED-Versuche berücksichtigen diesen Effekt; eine Glasscheibe vor einer HPS-Leuchte kann die photosynthetische Strahlung messbar reduzieren.
Technisch:
Ja.
Wirtschaftlich und praktisch:
Es kommt auf das Setup an.
Eine vorhandene HPS-Anlage kann weiterhin interessant sein, wenn:
Eine funktionierende HPS wird nicht plötzlich unbrauchbar, nur weil bessere LEDs existieren.
Bei einer kompletten Neuanschaffung sprechen inzwischen viele Gründe für moderne LED-Systeme:
Die Cannabisstudie von Westmoreland und Kolleg*innen zeigt besonders schön, warum Effizienz so wichtig ist: HPS erzielte aufgrund seines niedrigen Blauanteils in ihrem Versuch zwar leicht höhere Biomasse pro Fläche, die effizientere LED erzeugte aber wesentlich mehr Blütenmasse bezogen auf die Stromkosten.
Die sinnvollere Frage lautet heute nicht:
Welche Technologie ist grundsätzlich besser?
Sondern:
Wie viele Photonen kommen gleichmäßig auf das Canopy – und wie viel Energie kostet das?
Wichtige Kennzahlen sind:
Danach kommen:
Das macht einen Vergleich wesentlich belastbarer als „600 Watt HPS gegen 600 Watt LED“.
Ein klassisches Beispiel:
Eine 600-Watt-HPS benötigt nicht nur das nominelle Leuchtmittel, sondern auch ein Vorschaltgerät mit eigenen Verlusten.
Die tatsächliche Leistungsaufnahme des Systems kann daher etwas oberhalb des auf dem Leuchtmittel angegebenen Werts liegen.
Wenn eine LED dieselbe nutzbare Photonenmenge mit geringerer elektrischer Leistung erzeugt, entstehen zwei Effizienzvorteile:
Gerade bei langen Beleuchtungszeiten summiert sich dieser Unterschied erheblich.
Ein weiterer Mythos lautet:
HPS produziert grundsätzlich bessere Blüten.
Auch dafür gibt es keine allgemeine wissenschaftliche Grundlage.
Eine kontrollierte Untersuchung fand:
Andere Untersuchungen zeigen wiederum, dass niedrige Blauanteile den Blütenertrag fördern können, ohne THC- oder CBD-Konzentration wesentlich zu verändern.
Das Ergebnis hängt damit ab von:
Eine Lichttechnologie besitzt keinen universellen Qualitätsbonus.
Auch für Terpene gilt keine einfache Regel.
Lichtspektrum kann die Zusammensetzung sekundärer Metaboliten beeinflussen, die Reaktion ist allerdings stark vom Genotyp abhängig.
Eine bestimmte HPS-Lampe garantiert deshalb weder:
Ebenso wenig garantiert eine Vollspektrum-LED automatisch ein überlegenes Profil.
Genetik bleibt der Ausgangspunkt; Licht ist einer von mehreren Umweltfaktoren, die beeinflussen, wie dieses Potenzial ausgeprägt wird.
HPS-Lampen gehören nicht in den Hausmüll.
Gasentladungslampen können Quecksilber enthalten und fallen in Deutschland unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Gasentladungslampen getrennt gesammelt werden müssen und beispielsweise kostenlos:
abgegeben werden können.
Die Lampe sollte möglichst bruchsicher transportiert werden.
Damit unterscheidet sich auch die Entsorgung einer alten NDL deutlich von einer klassischen Glühlampe.
Nein. Cannabisstudien zeigen sowohl Stärken von HPS als auch Vorteile moderner LEDs. Entscheidend sind PPFD, Spektrum, Genetik und Fixture-Effizienz.
Nicht als universelle Technologieeigenschaft. Lichtverteilung, Spektrum und Pflanzenarchitektur bestimmen, wie viel Strahlung tiefere Canopy-Bereiche erreicht.
Nur wenn daraus tatsächlich mehr nutzbare Photonen entstehen und die Pflanze diese verwenden kann.
Bei photoperiodischem Cannabis ist vor allem die Länge der Licht- beziehungsweise Dunkelphase entscheidend.
Falsch. Auch LEDs wandeln einen Teil der elektrischen Energie in Wärme um. Sie sind jedoch typischerweise photoneneffizienter und übertragen weniger langwellige Wärmestrahlung direkt auf die Pflanzen.
Nein. Der Lichtoutput nimmt über die Betriebsdauer ab.
Nein. In einer direkten Cannabisstudie war die THC-Konzentration unter HPS sogar niedriger als unter den beiden untersuchten LED-Spektren.
NDL steht für Natriumdampflampe. Im Grow-Bereich ist damit normalerweise eine Hochdruck-Natriumdampflampe beziehungsweise HPS gemeint.
HPS steht für High Pressure Sodium.
Ja. Hochdruck-Natriumdampflampen gehören zu den High-Intensity-Discharge-Lampen.
Ja. Eine klassische HPS benötigt ein passendes Vorschaltgerät und entsprechende Zündtechnik.
Typische HPS-Systeme besitzen ein warmes gelb-orange geprägtes Spektrum mit relativ wenig Blau sowie relevanten roten und teilweise fernroten Anteilen.
Nein. Cannabis kann auch vegetativ unter HPS wachsen. Wegen des niedrigen Blauanteils kann die Morphologie jedoch stärker gestreckt ausfallen als unter blaueren Spektren.
Metal Halide besitzt typischerweise einen höheren Blauanteil, der kompaktere Pflanzenmorphologie fördern kann.
Nicht grundsätzlich. Moderne LEDs besitzen meist einen deutlichen Vorteil bei der Photoneneffizienz und können Licht gleichmäßiger verteilen. HPS kann trotzdem hohe Erträge erzielen.
In einzelnen Versuchen produzierte HPS bei gleicher PPFD etwas mehr Biomasse als LED-Spektren mit höherem Blauanteil. Bezogen auf die eingesetzte elektrische Energie waren effizientere LEDs jedoch wirtschaftlicher.
Nein. Eine direkte Vergleichsstudie fand unter HPS niedrigere THC-Konzentrationen als unter den getesteten LEDs. Der gesamte Cannabinoidertrag unterschied sich dagegen nicht signifikant.
HPS erzeugt mehr gerichtete langwellige Wärmestrahlung zum Canopy. Bei vergleichbarer PPFD können Blätter daher etwas wärmer werden. Der tatsächliche Unterschied hängt stark von Luftbewegung und Transpiration ab.
PPFD beschreibt die Dichte photosynthetisch aktiver Photonen, die pro Sekunde auf eine Fläche treffen.
Die Kennzahl beschreibt, wie viele pflanzenrelevante Photonen eine Leuchte pro eingesetztem Joule Strom erzeugt.
Der Lichtoutput nimmt mit zunehmenden Betriebsstunden ab. Im kommerziellen Gartenbau wird deshalb der Austausch alter HPS-Leuchtmittel empfohlen, bevor sie vollständig ausfallen.
Nein. Gasentladungslampen müssen in Deutschland getrennt als Elektroaltgerät gesammelt werden; sie können Quecksilber enthalten.
Die Natriumdampflampe gehört zu den wichtigsten Technologien der Indoor-Cannabis-Geschichte. Jahrzehntelang war HPS der Maßstab für leistungsstarke künstliche Beleuchtung – und das nicht ohne Grund. Die Technik kann hohe PPFD erzeugen, Cannabis zuverlässig durch einen vollständigen Kulturzyklus bringen und unter geeigneten Bedingungen sehr hohe Blütenerträge liefern.
Viele der klassischen Argumente für die NDL müssen heute allerdings präziser betrachtet werden. Ihr Spektrum ist nicht einfach „rot“, sondern stark gelb-orange geprägt und vergleichsweise blauarm. Eine besondere „Tiefenwirkung“ ist keine universelle Eigenschaft der Technologie. Und auch bei Cannabinoiden zeigen kontrollierte Vergleiche keinen grundsätzlichen Qualitätsvorsprung gegenüber LED.
Der größte Unterschied liegt heute bei der Effizienz. Moderne LED-Systeme können dieselbe Pflanzenlichtmenge mit weniger elektrischer Energie erzeugen und verteilen die Wärme anders. Dadurch sinken je nach Setup sowohl Strom- als auch Klimatisierungsbedarf. HPS kann die zusätzliche Wärmestrahlung dagegen in kalten Räumen sogar teilweise zu ihrem Vorteil nutzen.
Deshalb ist die NDL 2026 weder „schlecht“ noch technisch bedeutungslos. Eine vorhandene, gut funktionierende Anlage kann weiterhin ihren Zweck erfüllen. Bei einer kompletten Neuplanung sprechen Energieeffizienz, Lichtverteilung, Dimmung und Wartungsaufwand inzwischen jedoch meist deutlich stärker für moderne LED-Technik.
Die NDL war nicht deshalb erfolgreich, weil Cannabis zwingend Natriumdampf braucht. Sie war erfolgreich, weil sie über Jahrzehnte eine der effizientesten Möglichkeiten war, sehr viele Photonen auf eine Indoor-Pflanzenfläche zu bringen. Heute können LEDs genau diese Aufgabe effizienter übernehmen – und damit wird aus dem ehemaligen Goldstandard vor allem eines: ein funktionierender Klassiker mit klar definierten Stärken und ebenso klaren technischen Grenzen.