
Cannabis Lexikon
Nodien sind die Wachstumsknoten einer Cannabispflanze. An ihnen sitzen Blätter und axilläre Knospen; die Internodien dazwischen bestimmen, wie weit diese Wachstumspunkte räumlich voneinander entfernt liegen. Zusammen bilden sie das Grundgerüst der Pflanzenarchitektur.
Wachstumsknoten, Internodien und Pflanzenarchitektur: Wie Nodien entstehen, warum ihre Anordnung sich mit der Reife verändert und wie Licht, Genetik, Stretch und Plant Training ihre sichtbare Struktur beeinflussen.
Definition
Eine Nodie ist ein Knoten der Sprossachse, an dem Blätter und axilläre Knospen ansetzen. Der Abschnitt zwischen zwei aufeinanderfolgenden Nodien heißt Internodium. Aus dem Zusammenspiel von Nodien, Internodien und Seitentrieben entsteht die räumliche Architektur einer Cannabispflanze.
Nodie
Knotenpunkt mit Blattansatz und axillärem Wachstumspotenzial.
Internodium
Stängelabschnitt zwischen zwei Nodien; seine Länge prägt Kompaktheit oder Stretch.
Axilläre Knospe
Seitlicher Wachstumspunkt an der Nodie, aus dem sich ein Seitentrieb entwickeln kann.
In diesem Beitrag
Merksatz
Nodien zeigen, wo Wachstum entstehen kann. Internodien zeigen, wie weit diese Wachstumspunkte voneinander entfernt liegen. Erst beides zusammen beschreibt die Pflanzenarchitektur.
Nodien gehören zu den grundlegenden Bauelementen einer Cannabispflanze. An diesen Wachstumsknoten treffen Stängel, Blätter und axilläre Knospen aufeinander – genau jene Strukturen also, aus denen sich später Seitentriebe und ein großer Teil der Pflanzenarchitektur entwickeln können.
Zwischen zwei Nodien liegt jeweils ein Internodium. Zusammengenommen bestimmen Nodien, Internodien und Seitentriebe, ob eine Pflanze kompakt, offen, stark verzweigt oder ausgeprägt vertikal wächst.
Gerade bei Cannabis sind diese Strukturen interessant, weil Pflanzenarchitektur weit mehr als eine optische Eigenschaft ist. Sie beeinflusst, wie Licht innerhalb des Bestands verteilt wird, wie stark sich einzelne Triebe entwickeln und wie gleichmäßig unterschiedliche Bereiche einer Pflanze wachsen. Studien an medizinischem Cannabis zeigen, dass Veränderungen der Architektur sowohl Blütenbiomasse als auch die chemische Uniformität innerhalb einer Pflanze beeinflussen können.
Eine Nodie, botanisch auch Knoten genannt, ist ein Bereich der Sprossachse, an dem Blätter und weitere Organe ansetzen.
Bei Cannabis findet man dort typischerweise:
Die axilläre Knospe sitzt im Bereich zwischen Blatt beziehungsweise Blattstiel und Sprossachse.
Aus ihr kann sich ein Seitentrieb entwickeln.
Eine Nodie ist damit nicht einfach eine sichtbare Verdickung am Stängel, sondern ein morphologisch und entwicklungsbiologisch wichtiger Bereich der Pflanze.
Der Abschnitt der Sprossachse zwischen zwei Nodien heißt Internodium.
Vereinfacht:
Nodie → Internodium → Nodie → Internodium → Nodie
Die Länge dieser Abschnitte hat großen Einfluss auf die Erscheinung der Pflanze.
Kurze Internodien erzeugen eine dichter wirkende Struktur.
Lange Internodien führen zu größeren Abständen zwischen Blättern und Seitentrieben und damit zu einer gestreckteren Pflanzenarchitektur.
Mehr zum Zusammenspiel von Internodien, Stretch und genetischer Wuchsform findest du unter Genotyp bei Cannabis.
An den Nodien sitzt ein großer Teil des Verzweigungspotenzials der Pflanze.
Solange eine axilläre Knospe klein beziehungsweise inaktiv bleibt, entsteht dort kaum sichtbare Verzweigung.
Beginnt sie stärker auszutreiben, entwickelt sich daraus ein Seitenast mit eigenen:
Damit entsteht Cannabisarchitektur hierarchisch.
Der Haupttrieb besitzt Nodien.
Aus deren Achselknospen entstehen sekundäre Triebe.
Diese bilden wiederum eigene Nodien und können weitere Verzweigungen erzeugen.
So entsteht aus einem einzelnen Sprossmeristem mit der Zeit eine komplexe dreidimensionale Pflanzenstruktur.
Diese Begriffe werden im Grow häufig vermischt.
Eine Nodie ist der Bereich, an dem Blatt und axilläre Knospe am Stängel sitzen.
Das apikale Meristem beziehungsweise der Wachstumspunkt befindet sich dagegen an der Spitze eines wachsenden Triebes.
Dort entstehen fortlaufend neue:
Die Spitze erzeugt also neue Nodien.
Die bereits vorhandenen Nodien sind Bestandteile des darunterliegenden Sprosses.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig für Plant Training, Topping und SCROG sowie Mainlining und Manifolding.
Cannabis sieht als junge Pflanze nicht genauso aus wie als reife Pflanze.
Eine besonders auffällige Veränderung betrifft die Phyllotaxis, also die Anordnung der Blätter entlang des Stängels.
Bei jungen Cannabispflanzen stehen die Blätter häufig gegenständig.
Das bedeutet:
An einer Nodie befinden sich zwei Blätter auf gegenüberliegenden Seiten des Stängels.
Mit zunehmender Reife kann Cannabis zu einer wechselständigen Blattstellung übergehen.
Dann sitzt entlang des Haupttriebs nicht mehr an jeder Position ein exakt gegenüberliegendes Blattpaar.
Dieser Wechsel gehört zur normalen Entwicklung von Cannabis.
Gerade dieser Punkt ist für die Beurteilung wichtig.
Eine junge Pflanze wirkt häufig ausgesprochen symmetrisch:
links ein Blatt, rechts ein Blatt, links ein Seitentrieb, rechts ein Seitentrieb.
Später kann diese perfekte Symmetrie verschwinden.
Das bedeutet nicht automatisch:
Es kann schlicht ein normaler Reifeschritt sein.
In einer detaillierten morphologischen Untersuchung zeigten die untersuchten Cannabispflanzen bis zum elften Knoten gegenständige Blätter und gingen anschließend ab dem zwölften Knoten zur wechselständigen Phyllotaxis über.
Diese konkrete Knotenzahl sollte allerdings nicht als universelle Cannabis-Regel verstanden werden.
Genotyp, Entwicklungsbedingungen und Versuchsführung können den genauen Verlauf beeinflussen.
Die Veränderung der Nodien ist deshalb auch ein Hinweis darauf, dass Cannabis verschiedene Entwicklungsphasen durchläuft.
Mit zunehmendem Pflanzenalter können unter anderem:
an unterschiedlichen Nodienbereichen sichtbar werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Grower*innen eine universelle Tabelle verwenden können wie:
Nodie 5 = Ereignis A
Nodie 8 = Ereignis B
Nodie 12 = Pflanze erwachsen
Cannabisgenetiken unterscheiden sich dafür zu stark.
Interessanter ist die Entwicklung des gesamten Musters.
Zwei Pflanzen können dieselbe Zahl an Nodien besitzen und trotzdem vollkommen unterschiedlich aussehen.
Beispiel:
10 Nodien mit durchschnittlich 2 cm Abstand.
10 Nodien mit durchschnittlich 7 cm Abstand.
Beide besitzen zehn Knoten.
Pflanze B ist aber allein durch ihre längeren Internodien wesentlich höher.
Die Zahl der Nodien sagt deshalb ohne Internodienlänge wenig über die tatsächliche Pflanzenhöhe aus.
Die Internodienlänge ist sowohl genetisch als auch umweltabhängig.
Einfluss nehmen unter anderem:
Gerade die Wechselwirkung aus Genetik und Umwelt ist bei Cannabis gut dokumentiert.
Mehr zur genetisch bedingten Wuchsform findest du unter Genotyp bei Cannabis und Phänotyp bei Cannabis.
Far-Red-Licht ist besonders interessant, weil es über das Phytochromsystem an der Wahrnehmung benachbarter Pflanzen beziehungsweise von Beschattung beteiligt ist.
Ein niedrigeres Verhältnis von Rot zu Fernrot kann sogenannte Shade-Avoidance-Reaktionen auslösen.
Dazu gehört häufig eine stärkere Streckung.
Dieser Zusammenhang wurde auch direkt bei Cannabis gezeigt.
Damit entsteht ein wichtiger Unterschied:
längere Internodien sind nicht automatisch besser – und kürzere nicht automatisch besser.
Es kommt darauf an, welche Architektur gewünscht ist.
Für die Bewertung der Lichtbedingungen ist der Beitrag zu Lux, PAR und PPFD bei Cannabis die passendste interne Vertiefung.
Nicht nur das Spektrum zählt.
Auch die insgesamt verfügbare Lichtmenge beeinflusst die Pflanzenarchitektur.
Das zeigt, warum einfache Grow-Regeln problematisch sind.
Wenig Licht bedeutet nicht zwangsläufig in jedem Fall exakt:
lange Internodien.
Und mehr Licht bedeutet nicht automatisch:
kurze Internodien.
Die Reaktion hängt vom gesamten Lichtumfeld und vom Genotyp ab.
Beim Übergang in die reproduktive Phase verändert sich die Sprossarchitektur ebenfalls.
Cannabis kann nach Umstellung auf kurze Tage zunächst eine ausgeprägte Phase der Sprossverlängerung zeigen – den bekannten Stretch.
Dabei verlängern sich Haupttrieb und Internodien zunächst stärker. Später nimmt die Verlängerung neu gebildeter Internodien wieder ab und die Infloreszenzstruktur wird kompakter.
Stretch ist damit kein bloßes „Hochschießen“, sondern Teil einer hormonell regulierten Entwicklungsumstellung.
Mehr zum Zusammenhang aus Tageslänge und Blühsteuerung findest du unter Photoperiode bei Cannabis.
Warum wächst bei einer unbehandelten Pflanze der Haupttrieb häufig stärker als viele Seitentriebe?
Ein wichtiger Teil der Antwort heißt:
Apikaldominanz.
Das apikale Sprossmeristem beeinflusst über hormonelle und metabolische Signale das Wachstum axillärer Knospen weiter unten am Stängel.
Traditionell wird dieser Effekt besonders mit Auxin und Cytokininen erklärt.
Das moderne Modell ist komplexer und umfasst zusätzlich unter anderem:
Entfernt man die apikale Spitze, verändert sich dieses regulatorische Netzwerk.
Dadurch können zuvor schwächer aktive axilläre Knospen stärker austreiben.
Mehr zu den praktischen Zusammenhängen findest du unter Plant Training bei Cannabis.
Beim Topping wird das apikale Meristem oberhalb einer ausgewählten Nodie entfernt.
Die Nodie selbst wird dabei nicht „getoppt“.
Entscheidend ist vielmehr, dass unterhalb der entfernten Spitze bereits axilläre Knospen vorhanden sind.
Nach dem Verlust der dominanten Spitze können diese stärker wachsen.
Die häufige Grow-Erklärung:
Ein Trieb wird abgeschnitten und daraus werden zwei.
ist botanisch verkürzt.
Die beiden neuen Haupttriebe waren als axilläre Meristeme beziehungsweise Knospen bereits an der darunterliegenden Nodie angelegt.
Durch das Entfernen des apikalen Meristems verändert sich lediglich ihre relative Wachstumsstärke.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Topping erzeugt keine neuen Nodien an der Schnittstelle.
Es verändert, welche bereits vorhandenen Wachstumspunkte dominant weiterwachsen.
Cannabisstudien zeigen klar, dass Topping beziehungsweise Pruning die Pflanzenstruktur verändern kann.
Bestimmte Schnittstrategien können mehr sekundäre Triebe und unter passenden Bedingungen auch eine höhere Infloreszenz-Trockenmasse fördern.
Das ist entscheidend.
Die Aussage:
Topping steigert den Ertrag.
ist zu allgemein.
Präziser:
Topping verändert die Architektur und kann unter bestimmten Genetiken, Pflanzendichten und Kulturbedingungen die Lichtverteilung und Blütenproduktion günstig beeinflussen.
Für die verschiedenen Schnitt- und Formgebungstechniken eignet sich der Überblick Plant Training bei Cannabis.
Eine Pflanze kann sehr viele Äste besitzen und trotzdem ineffizient aufgebaut sein.
Entscheidend sind unter anderem:
Damit gibt es mindestens drei verschiedene Fragen:
Wie viel produziert ein einzelner Trieb?
Wie viel produziert eine einzelne Pflanze?
Wie viel produziert die gesamte Fläche?
Nodien allein beantworten keine davon.
Auch Low Stress Training – LST nutzt die vorhandene Nodiumstruktur.
Beim Herunterbinden eines dominanten Triebes verändert sich dessen räumliche Position.
Dadurch können bislang beschattete beziehungsweise untergeordnete Seitentriebe besser belichtet werden und sich stärker entwickeln.
Im Gegensatz zum Topping wird dabei zunächst kein apikales Meristem entfernt.
LST nutzt daher stärker:
während Topping direkt in die Sprosshierarchie eingreift.
Beide Techniken wirken letztlich auf dasselbe architektonische System aus Haupttrieb, Nodien und axillären Wachstumspunkten.
Beim Mainlining beziehungsweise Manifolding wird die Nodiumstruktur besonders bewusst genutzt.
Dabei werden durch wiederholte Schnitte und Positionierung wenige ausgewählte Wachstumspunkte zu einer möglichst gleichmäßig aufgebauten Struktur entwickelt.
Das Ziel ist eine flache, kontrollierte Pflanzenarchitektur mit mehreren vergleichbar positionierten Haupttrieben.
Mainlining ist in der Grow-Kultur etabliert.
Seine angeblichen universellen Ertragsvorteile sind aber wesentlich weniger gut untersucht als seine offensichtlichen morphologischen Auswirkungen.
Auch SCROG verändert die Pflanze nicht dadurch, dass neue Nodien entstehen.
Stattdessen werden bereits vorhandene Triebe räumlich über eine Fläche verteilt.
Dadurch können verschiedene Wachstumspunkte ähnlich hoch positioniert werden.
Das Ziel ist ein gleichmäßigeres Canopy, bei dem möglichst viele produktive Triebe vergleichbare Lichtbedingungen erhalten.
Für Lichtverteilung und Canopy-Messung passt intern zusätzlich Lux, PPFD und Grow-Beleuchtung.
Mit Beginn der reproduktiven Entwicklung erhalten Nodien eine weitere Funktion.
An beziehungsweise im Bereich der Knoten können zunächst solitäre Blüten erscheinen.
Später entwickelt Cannabis seine komplexeren Infloreszenzen vor allem an den Enden und Verzweigungen der Sprosse.
Dabei sollte man zwei Dinge unterscheiden:
sexuelle Reife beziehungsweise erste solitäre Blüten
und
vollständige Infloreszenzentwicklung.
Beides ist nicht dasselbe.
Die Rolle der Lichtdauer bei dieser Entwicklungsumstellung wird im Beitrag Photoperiode bei Cannabis ausführlicher erklärt.
Nicht automatisch.
Viele dicht aufeinanderfolgende Nodien können eine kompakte Pflanze erzeugen.
Das kann vorteilhaft sein.
Zu extreme Kompaktheit kann aber auch:
Sehr große Nodiumabstände können wiederum:
Entscheidend ist deshalb nicht:
möglichst viele Nodien.
Sondern:
eine Architektur, bei der die vorhandenen Wachstumspunkte sinnvoll genutzt werden.
Nodien können Hinweise liefern, aber sie sind kein medizinisches Diagnoseinstrument der Pflanze.
Interessant sind beispielsweise:
Solche Veränderungen können mit Umwelt, Genetik oder Pflanzenstress zusammenhängen.
Aber:
Eine perfekte Symmetrie ist kein notwendiges Merkmal gesunder Cannabis-Pflanzen.
Wie bereits beschrieben, wechselt Cannabis mit zunehmender Reife häufig natürlicherweise von gegenständiger zu wechselständiger Blattstellung.
Auch die Seitentriebbildung kann sich mit zunehmender Pflanzenreife verändern.
Bei gegenständiger Phyllotaxis wirkt die Pflanze sehr regelmäßig.
Bei wechselständiger Phyllotaxis entsteht zwangsläufig eine andere optische Struktur.
Deshalb sollte nicht jede ältere Pflanze anhand der Symmetrie eines jungen Sämlings beurteilt werden.
Interessanter sind:
Die Internodien zwischen den Nodien können Hinweise geben.
Wenn neu gebildete Internodien plötzlich wesentlich länger werden, lohnt sich ein Blick auf:
Trotzdem sollte Stretch nicht sofort als „zu wenig Licht“ diagnostiziert werden.
Genetik und Entwicklungsphase besitzen ebenfalls einen erheblichen Einfluss.
Gerade der Übergang zur Blüte kann selbst bei gut beleuchteten Pflanzen eine deutliche Internodienverlängerung auslösen.
Teilweise zeigen Strains charakteristische Architekturmerkmale.
Einige Genetiken wachsen eher:
Diese Eigenschaften sind genetisch beeinflusst.
Sie sind aber nicht vollkommen genetisch festgeschrieben.
Licht, Pflanzendichte und weitere Umweltbedingungen verändern den Phänotyp.
Deshalb sollte ein einzelner Nodiumabstand nie als eindeutiger genetischer Fingerabdruck interpretiert werden.
Genau hier zeigt sich das Zusammenspiel von Genotyp und Phänotyp besonders anschaulich.
Der Genotyp legt einen Reaktionsrahmen fest.
Die Umwelt beeinflusst, wie dieser Rahmen ausgeprägt wird.
Zwei Strains unter derselben Lampe können daher verschieden reagieren.
Und derselbe Strain kann unter zwei Lichtumgebungen unterschiedlich aussehen.
Statt nur Knoten zu zählen, lohnt sich ein umfassenderer Blick.
Interessant sind vor allem:
Bleibt er ähnlich oder verändert er sich stark?
Welche axillären Knospen treiben tatsächlich aus?
Ist die Pflanze noch gegenständig oder bereits wechselständig?
Vegetatives Wachstum, Stretch oder Infloreszenzentwicklung?
Welche Triebe übernehmen nach einem Eingriff die Dominanz?
Erhalten die einzelnen Wachstumspunkte tatsächlich genügend Photonen?
Damit werden Nodien zu einem Fenster in die gesamte Pflanzenarchitektur. Für die praktische Formgebung passt als nächster Schritt der Beitrag Plant Training bei Cannabis.
Nein. Nodien besitzen axilläre Wachstumspunkte, aber deren tatsächliche Entwicklung hängt von Position, Licht, Architektur und Pflanzenphase ab.
Nein. Pflanzen- und Flächenertrag hängen von vielen weiteren Faktoren ab.
Nein. Extrem kompakte Pflanzen können starke Selbstbeschattung entwickeln.
Nein. Spektrum, Genetik und Entwicklungsphase können ebenfalls starke Streckung verursachen.
Nein. Der natürliche Übergang von gegenständiger zu wechselständiger Phyllotaxis verändert die Symmetrie mit zunehmender Reife.
Nicht ganz. Die später dominanten Seitentriebe entstehen aus bereits vorhandenen axillären Knospen an Nodien unterhalb der entfernten Spitze.
Nein. Training verändert zunächst die Architektur. Ob daraus ein Ertragsvorteil entsteht, hängt stark von Genetik, Licht, Pflanzendichte und Kulturführung ab.
Eine Nodie ist ein Bereich des Stängels, an dem Blätter und axilläre Knospen beziehungsweise Seitentriebe ansetzen.
Das Internodium ist der Stängelabschnitt zwischen zwei aufeinanderfolgenden Nodien.
An Nodien befinden sich axilläre Wachstumspunkte. Sie bilden damit die strukturelle Grundlage für einen großen Teil der Verzweigung einer Cannabispflanze.
Eine axilläre Knospe kann vorhanden sein, muss aber nicht zu einem kräftigen Seitentrieb auswachsen. Ihre Entwicklung hängt unter anderem von Apikaldominanz, Licht, Genetik und Pflanzenphase ab.
Sie erzeugen eine kompaktere Pflanzenstruktur. Ob das erwünscht ist, hängt von Genetik, Kulturführung und Pflanzendichte ab.
Sie zeigen stärkere Sprossverlängerung. Genetik, Spektrum, Lichtbedingungen und Entwicklungsphase können dazu beitragen.
Nein. Diese Diagnose wäre zu pauschal.
Cannabis kann während der Reifung von einer gegenständigen zu einer wechselständigen Blattstellung wechseln. Das gehört zur normalen morphologischen Entwicklung.
Nein. Bei reiferen Cannabispflanzen können sie vollkommen normal sein.
Das apikale Meristem wird entfernt. Dadurch verändert sich die Apikaldominanz und axilläre Knospen unterhalb des Schnitts können stärker austreiben. Mehr dazu unter Plant Training bei Cannabis.
Oberhalb einer ausgewählten Nodie beziehungsweise so, dass geeignete axilläre Wachstumspunkte unterhalb der entfernten Spitze erhalten bleiben.
Nicht unmittelbar am Schnitt. Vorhandene axilläre Wachstumspunkte übernehmen zunächst stärkeres Wachstum und erzeugen anschließend als neue Triebe selbst weitere Nodien.
Nein. Die Wirkung hängt unter anderem von Genetik, Pflanzendichte und Kulturführung ab.
Nein. Entscheidend ist, welche Wachstumspunkte tatsächlich produktive Triebe entwickeln und wie gut diese mit Licht und anderen Ressourcen versorgt werden.
Far-Red erzeugt nicht einfach mehr Nodien, kann aber die Internodien zwischen ihnen verlängern und dadurch die gesamte Pflanzenarchitektur verändern.
Beim Übergang zu kurzen Tagen kann Cannabis zunächst eine deutliche Streckungsphase zeigen. Später nimmt die Internodienverlängerung an neu entstehenden Infloreszenzen ab. Mehr dazu unter Photoperiode bei Cannabis.
Mit zunehmender sexueller Reife können im Bereich der Nodien solitäre männliche oder weibliche Blüten beziehungsweise sogenannte Vorblüten sichtbar werden. Der Zeitpunkt ist jedoch nicht über eine universelle Knotenzahl festgelegt.
Nodien sind die architektonischen Schaltstellen einer Cannabispflanze. An ihnen sitzen Blätter und axilläre Wachstumspunkte, aus denen Seitentriebe entstehen können. Die Internodien dazwischen bestimmen wiederum, wie weit diese Wachstumspunkte räumlich voneinander entfernt liegen.
Gerade deshalb sollte man Nodien nicht isoliert zählen. Wesentlich informativer ist das Zusammenspiel aus Nodienzahl, Internodienlänge, Seitentriebbildung, Phyllotaxis und Pflanzenphase.
Auch die Vorstellung einer „perfekt symmetrischen“ Cannabis-Pflanze greift zu kurz. Junge Pflanzen besitzen häufig gegenständige Blätter und wirken dadurch sehr symmetrisch. Mit zunehmender Reife kann sich die Blattstellung natürlicherweise zu wechselständig verändern.
Trainingstechniken wie Topping, LST, Mainlining oder SCROG greifen letztlich alle auf unterschiedliche Weise in dieses architektonische System ein. Topping verändert über die Entfernung des apikalen Meristems die Hierarchie vorhandener Wachstumspunkte; LST und SCROG verändern stärker deren räumliche Position und Lichtversorgung.
Auch die Lichtseite gehört dazu: PPFD und Lichtverteilung beeinflussen, wie sich die einzelnen Triebe innerhalb des Canopys entwickeln, während Genotyp und Phänotyp erklären, warum verschiedene Strains auf dasselbe Setup unterschiedlich reagieren.
Nodien sind damit weit mehr als kleine Knoten am Stängel. Sie zeigen, wo neue Architektur entstehen kann. Die Internodien zeigen, wie diese Architektur räumlich organisiert wird. Wer beides zusammen betrachtet, kann Wachstum, Stretch, Verzweigung und die Reaktion einer Pflanze auf Licht und Training wesentlich besser verstehen.